The Quantum Theory Of Id (2010) - ein Review von woifal

Inquisitor: Quantum Theory Of Id, The - Cover
1
Review
1
Rating
7.00
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Black Metal


31.03.2012 17:25

"The Quantum Theory of Id" klingt nach schwerer Materie, die uns die Litauer "Inquisitor" da vorlegen. Der Bruch zwischen Mechanik und Philosophie, der durch den ersten Eindruck entsteht, lässt auf Innovatives hoffen. Zugegebenermaßen, die Herren haben sich bei der Wahl des Bandnamens nicht unbedingt mit Einfallsreichtum gekrönt, aber dessen ungeachtet liegt hier eine CD vor, die tatsächlich einmal etwas anderes ist. Ob mit "Avantgarde Black Metal" das richtige Genre gewählt wurde – ich bin mir nicht sicher.

Grob beschrieben findet man auf diesem Silberling progressiven (Black) Metal, der sich durch dubiose Gitarren, dominante Klavierspuren und häufige Takt- und Tempowechsel auszeichnet. Stilistisch ordne ich die vorliegende CD einer Mischung aus "Keep Of Kalessin", "Ordo Draconis" und "Old Man's Child" zu.

Ich wage zu behaupten, ein sehr offener Mensch zu sein, was die Musik anbelangt. Nebst dem Intro "Infimum", das in meinen Augen aber eher langweilig gestaltet ist, wirken die Songs aufgrund der Länge von jeweils knapp zehn Minuten jedoch etwas unstrukturiert. Da die Übergänge zwischen den verschiedenen Parts, aus denen jedes Lied besteht, teilweise sehr abrupt passieren, bekommt man manchmal das Gefühl, bereits eine Nummer weiter zu sein. Das hat leider auch den Nachteil, dass man sich auf "The Quantum Theory of Id" leicht verlieren kann.

Ich sage nicht, dass das Album schlecht ist, nein. Ein wirklich gelungener Track, der nebenbei bemerkt übrigens nach einem Werk von dem deutschen Philosophen Arthur Schopenhauer benannt ist, ist zum Beispiel "II Die Welt als Wille und Vorstellung". Er beginnt sehr vielversprechend und kann durchaus mitreißen. Der große Minuspunkt ist meines Erachtens aber der viel zu starke Bruch zu einem neuen Melodiegerüst, der bei etwa sechs Minuten Spielzeit ansteht. Dies ist aber das generelle Problem, das ich bereits zu Beginn erwähnt habe. Hätte man hie und da ein bisschen Material weggelassen, bliebe ein wirklich stimmiges Stück Musik stehen.

Nichtsdestotrotz hat die CD definitiv ihre Highlights, wenn auch in ungewohnter Form. In meinem Fall hat die Scheibe mit Abschluss dieser Review mit Sicherheit nicht die letzte Runde in meiner Anlage gedreht, aber ob es dieses Album schafft, den Hörer auf Dauer zu unterhalten, wage ich nicht zu versprechen, da das hier vorliegende Werk doch einen recht schwierigen Stoff darstellt. Wenngleich das Dargebotene vielleicht ein paar Anlaufversuche benötig um sich "reinzuhören", kann ich Freunden des Extravaganten dennoch meine Empfehlung aussprechen, "The Quantum Theory of Id" einmal anzuschneiden.

Da wir hiermit etwas einmal wirklich anderes zu hören bekommen als den typischen Black Metal, und aufgrund der Tatsache, dass es aus technischer und spielerischer Sicht kaum etwas zu bemängeln gibt, bekommt dieses Album von mir auch eine entsprechend positive Wertung. Harter Stoff, aber das Durchhören lohnt sich!

Wolfgang / RottingHill.at

Punkte: 7 / 10


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