Stories Once Told (2011) - ein Review von woifal

Forlorn Tales: Stories Once Told - Cover
1
Review
1
Rating
7.00
∅-Bewertung
Typ: Single/EP
Genre(s): Metal Pagan/Viking Metal


31.03.2012 17:19

2011 gegründet und im selben Jahr noch eine EP veröffentlicht. Klingt, als hätte es die junge Band eilig! Noch dazu haben sich die Burschen aus Deutschland dem Pagan Metal verschrieben, der ja derzeit – seien wir uns ehrlich – mehr als ausgereizt wird. Selbst verbinden beziehungsweise vergleichen sie ihre Musik mit der von beispielsweise "Falkenbach", womit sie die Messlatte schon relativ hoch ansetzen.

Aber was genau findet man denn nun auf "Stories Once Told"? Nun, eines schon mal vorweg positiv angemerkt: Keine Ohrenkrebs erzeugenden Schlachtenschreie oder Heldengesänge. Ich bin erleichtert – ja, tatsächlich! Vielmehr denke ich, dass sie teilweise sogar vom Pagan Metal abdriften und bereits den Weg zu ihrem eigenen Stil beschreiten. Ansonsten gibt es Rhythmusgitarren zu hören, die für den sonst recht klaren Sound stellenweise leider ein bisschen zu kratzig sind, eine von Seiten des Tiefsaiters und des Schlagzeuges druckvolle Aufmachung und eine dezent bis mittel-prägnante Keyboard-Ummantelung. Die Vocals reihe ich im "guten Durchschnitt" ein.

Die EP enthält auch sehr schöne, atmosphärische Melodien, die man aber dann doch auch schon mal gehört hat. Stichwort Innovation: An der mangelt es ein bisschen. Man muss aber auch beachten, dass "Stories Once Told" doch erst das Erstwerk der jungen Gruppe ist. Das miteingerechnet haben wir hier eine Scheibe vorliegen, die grundsätzlich sehr anständig herausgearbeitet ist. Mit dem Tonarrangement sind die Burschen auch auf dem richtigen Weg. Für eine Produktion in den eigenen vier Wänden und vor dem privaten Computer nämlich gar nicht mal so schlecht gelungen!
Natürlich liegt mit der vier Tracks starken EP nicht das Nonplusultra an Innovation und Ideenreichtum vor, aber der Grundstein für ein solides Musikprojekt ist definitiv gelegt. Wer Pagan Metal mag, dem wird diese EP gefallen. Wer (Black) Metal mit symphonischen Einflüssen mag, darf aber auch ein Ohr riskieren, denn – wie bereits erwähnt – bemerkt man beim Hören eine gewisse Tendenz zum eigenständigen Stil.

Alles in allem bin ich schon in freudiger Erwartung auf ein kommendes Full-Length-Album und hoffe für "Forlorn Tales", dass sie das hier vorgelegte Niveau auch über eine vielleicht sogar zweistellige Zahl an Tracks halten können und ihren Stil weiter ausbauen werden, um nicht im Sumpf des Mainstreams unterzugehen.

Wolfgang / RottingHill.at

Punkte: 7 / 10


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