Atrocity Let War Rage (2009) - ein Review von walzenstein

Atrocity: Let War Rage - Cover
1
Review
1
Rating
5.00
∅-Bew.
Typ: Album
Genre(s): Metal Death Metal, Grindcore


walzenstein Avatar
04.04.2018 14:17

Und wieder eine Reunion. Diesmal in Form der unsäglichen Death/Grind Combo ATROCITY aus den Staaten. Ich kann mich noch erinnern, wie ihr 90er Debüt “Infected” in allen Magazinen dermaßen verrissen wurde. Ich hingegen mochte die simple und dreckige Musik des Quartetts aus Connecticut. Es folgte 1992 noch “The Art Of Death” und dann wurde es ruhig um ATROCITY. Jetzt, 18 Jahre später melden sich die Amis mit “Let War Rage” zurück und treten noch immer auf der Stelle, denn es hört sich so an, als wären sie konserviert worden und die 18 Jahre hätten gar nicht existiert.

Old School ist angesagt. Death Metal mit Grind-Elementen, der so altbacken ist, dass man sich in späte 80er/frühe 90er zurückversetzt fühlt. Man mixe AUTOPSY, RIGHTEOUS PIGS, NAPALM DEATH und etwas Punk und hat den Sound von ATROCITY. Müsste sich ziemlich cool anhören, wenn man diese Mixtur liest. An dem ist es aber nicht. “Let War Rage” klingt zu unausgegoren. Nicht wirklich schlecht, aber auf Dauer zu monoton und somit langweilig. Die Vocals von Rob sind durchweg wütend und manchmal gar hardcorelastig, aber haben trotzdem keine wirkliche Durchschlagskraft. Die Drums rumpeln sich durch die einzelnen Songs und das Riffing klingt, als hätte man es schon -zig Mal gehört. Hervorzuheben sind Songs, wie “The Rotting (Cold In The Veins)”, welcher anfängt, als wäre die Band beim Soundcheck. Aber der Track steigert sich und hat richtig geile Momente, was die Gitarrenarbeit betrifft. “Human Bomb” ist ein rasanter, garstiger Song, der richtig frisch wirkt, aber mit einer halben Minute viel zu kurz ist. “Horrendous Cut - Throat System” ist dann ein SORE THROAT-Cover und man hört, dass es nicht von den Herren von ATROCITY stammt. Hier ist die Stimmlage von Rob übrigens ein paar Nuancen tiefer. Mein Highlight dieser Scheibe ist allerdings “The Purging Of Humanity”. Ein schöner Grindkracher, der mit verzerrtem Basssolo beginnt und sich dann im Highspeed dem schleppenden Refrain nähert. Auch das Riffing gefällt mir hier besonders gut. Zwar vollkommen simpel, aber dennoch so, dass der Track irgendwie im Kopf bleibt.

Ansonsten dümpeln die Songs so vor sich hin ohne wirkliche Höhepunkte. Das ist definitiv zu wenig für ein Comeback und so werden ATROCITY wieder sang- und klanglos untergehen. Es gibt halt etliche bessere Bands. Ich hingegen warte dann lieber auf ein neues Album von WEHRMACHT, die mittlerweile auch wieder Konzerte geben und die ich damals schon viel viel besser als ATROCITY fand.

Punkte: 5 / 10