Live At The Caledonien Hall (2003) - ein Review von metal lounge

In The Woods...: Live At The Caledonien Hall - Cover
1
Review
3
Ratings
7.33
∅-Bewertung
Typ: Live
Genre(s): Metal Progressive Metal


08.01.2015 15:23

Ein eigenartiger Konzertmitschnitt, dieses Abschiedskonzert von In the Woods...
Und um es gleich zu sagen: Die Magie der so unterschiedlichen Studioalben wird nicht erreicht.
Gut, zugegeben: Das sperrige "Strange in Stereo" und "Three Times Seven on a Pilgrimage" waren auch bei weitem nicht mehr so magisch wie die Vorgängerwerke, sondern nur einfach nur toll. Meinte man/ich beim Lauschen von "HEart of the Ages" noch, nachts durch einen nordischen Winterwald zu irren, so intensiv war die Musik für mich (als damaliger Black Metal-Neuling), so begeisterte das fantastische "Omnio" durch seine flirrende Leichtigkeit.
Nun präsentiert die Band ihre Songs in einer vereinheitlichten Weise, so wird etwa auf das einst charakteristische Schreien der hier nun etwas zusammengestauchten "HEart ...."-Songs verzichtet, und da fehlt nun einfach was.
"Omnio" wird quasi als Herzstück des Konzerts am Stück dargeboten, das ist schon klasse. Die Kompositionen von "Strange ..." entfalten ihren spröden Charme nur bedingt. Die Coverversion von King Crimsons 11-von-10-Punkte-Song "Epitaph" gelingt besser als Jefferson Airplanes "White Rabbit".
Die Atmosphäre in der Caledonien Hall ist mäßig, würd' ich mal sagen, die Publikumsreaktionen klingen, als wären da so etwa 40 Menschen irgendwo in einem Club verteilt und spenden halt dezent Applaus, wann's sich gehört. Die schüchtern wirkenden Ansagen auf Englisch (warum das?) helfen auch nicht gerade weiter. Alle scheinen doch bedrückt zu sein über dieses Ereignis. Nebenbei wird noch ein neuer Song präsentiert, der aber nur den Verlegenheitstitel "Beer" trägt und schlicht nichts Besonderes ist. Komisch.
Vielleicht hätte man damals vor Ort sein müssen, das Doppelalbum in den heimischen vier Wänden bleibt ein durchwachsenes Hörerlebnis. Eine Enttäuschung aber möchte ich es auch nicht unbedingt nennen. Dennoch: Die Klänge dieses Albums haben bei Erscheinen keine große Begeisterung auslösen können, und das ist auch heute noch so.

Der introvertierte Abgang einer Band, die ohnehin nicht gerade für ausgiebiges Touren bekannt war.
Kurze mehrsprachige Verabschiedung/Danksagung, und dann sind In the Woods... Geschichte.

Punkte: 6.5 / 10


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