Immeasurable Currents (2011) - ein Review von Xeledon

Dave Willey & Friends: Immeasurable Currents - Cover
1
Review
1
Rating
7.00
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Rock Progressive Rock


Xeledon Avatar
04.02.2012 13:49

Dave Willey (THINKING PLAGUE) und seine Freunde haben dieses Album gleich drei Personen gewidmet: Brent Willey, Hugh Hopper und vor allem Dale Willey. Letzterer - Dave's Vater - hat mit seinen Gedichten für die Texte auf "Immeasurable Currents" gesorgt. Und tatsächlich entpuppen sich diese als absolutes Highlight, jonglieren elegant mit Worten (der Opener "Too Much Light"), liefern präzise sozialkritische Betrachtungsweisen (der geniale Vierzeiler "The Conservatives") und schrecken auch vor morbide-skurrilen Märchen-Variationen ("I Could Eat You Up") nicht zurück.

Die Musik tritt da bewusst in den Hintergrund und liefert wenig mehr als eine Begleitung der Lyrik. Dennoch wird hier die Atmosphäre der Texte mit minimalistischen Mitteln hervorragend eingefangen. Meist spielt Dave Willeys Akkordeon die instrumentale Hauptrolle. Der Gesang stammt zumeist von Deborah Perry und/oder Elaine di Falco. Lediglich das mit einem umwerfenden Slow-Motion-Groove gesegnete "Mitch" hat der Initiator komplettt im Alleingang eingespielt und -gesungen, wobei er sich mal eben locker-flockig das absolute Alben-Highlight aus dem Handgelenk zu schütteln scheint.

Der ruhige Grundton und die sphärisch-schwebenden Melodien, die bevorzugt Dissonanzen und schräge Rhythmen betonen, machen "Immeasurable Currents" zu einer spannenden, aber auch recht sperrigen Angelegenheit. Diese Scheibe sollte man in ruhigen Minuten, am besten bei Kerzenschein und einem guten Wein genießen und auf sich wirken lassen. Gleichermaßen stimmig wie unspektakulär dürfte dieses Album nicht gerade eine breite Zielgruppe ansprechen - und mit Metal hat es im Grunde überhaupt nichts zu tun. Trotzdem ist die Umsetzung dermaßen gut gelungen, dass Dave Willey mit diesem charmanten musikalisch-poetischen Crossover-Werk seinen Freundeskreis über alle Genregrenzen hinweg erweitern können dürfte.

(http://www.metal.de/progressive-metal/review/dave-willey-and-friends/48500-immeasurable-currents/)

Punkte: 7 / 10


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