Live From Beyond Hell/Above Heaven (2011) - ein Review von Saro

Volbeat: Live From Beyond Hell/Above Heaven - Cover
1
Review
6
Ratings
8.67
∅-Bewertung
Typ: DVD/Video/etc
Genre(s): Metal


06.11.2012 10:03

Als Volbeat ihr zweites Album veröffentlichten, stieß man mich auf diese Band. Es klang zwar alles soweit i.O., doch das erste Reinhören reichte nicht aus, um mich von der Truppe zu überzeugen. In den einschlägigen Magazinen war schon seit längerem ein regelrechter Hype ausgebrochen, was es mir nicht gerade leichter machte. Irgendwann später sah ich Aufnahmen des gleichjährigen Wackenauftritts; das war das Tüpfelchen auf dem "i", das anfangs fehlte. Ich war, gelinde gesagt, total baff - im positiven Sinne. Ich kaufte mir sofort beide bis dahin releasten Volbeat-Alben.
Der Nachfolger "Guitar Gangsters..." eröffnete zwar mit einem Übersong, brauchte aber schon ein paar Durchläufe mehr um mich zu überzeugen, da die Auslegung der Songs doch schon um einiges radiokomptibler war. Letztendlich zündete dann aber auch dieses Album. Zwar war die Auslegung der Stücke, wie gesagt, seichter, doch von einer Weiterentwicklung im Stil kann man nicht sprechen. Softere Nummern waren ja auch schon auf den ersten beiden Alben vertreten. Es hatte sich nur das Verhältnis "Heavy : MTV" zugunsten MTV's geändert.
Auf Album Nummero quadro, "Beyond Hell/Above Heaven" getauft, lassen die Gastauftritte von Mille (Kreator) und Barney Greenway (Napalm Death) die Gesamtausrichtung der Platte zwar härter wirken als die seines Vorgängers, doch das ist, wie ich finde, nur (unbeabsichtigte) Augenwischerei.

Wie dem auch sei. Es folgte die Tour, der erste Videoclip der Band lief schon eine ganze Weile auf MTV bzw. der Song im Radio und die Hallengröße hatte sich im Vergleich zur vorangegangenen Tour verdoppelt. Alles prima, überhaupt kein Problem. Welche Band würde den Erfolg nicht nehmen, wenn er sich einstellt? Dass dadurch das Publikum breiter gefächert ist und auch Mädels auf die Konzerte kommen, die nicht wissen wer Dio ist (tatsächlich geschehen, während der Show fragte Michael ein Mädel nach Ronnie - R.I.P.), mit all dem muß man halt rechnen. ;-)
Dass die Setlist aber dermaßen zahnlos ist -und das schon während der ersten Tour nach dem erscheinen des ersten Clips auf MTV-, DAS ist echt traurig. Genaugenommen hat mich das Konzert sogar leicht erzürnt. Es wurde wirklich jeder Gute-Laune-Song zum Besten gegeben und man hat auch wirklich keine einzige verfickte Coverversion ausgelassen. Von den härteren Nummern der ersten beiden Alben, kamen jedoch nur "Pool Of Booza"blablabla und "Human Instrument" zum Zuge.
Bis "Live From Hell/Above Heaven" erschien, ging ich einfach mal davon aus, dass die Setlist nicht überall so beschissen war. Dass ich mich irrte, beweist dieses Ton-/Bilddokument.
Ok. Man muß schon fair bleiben. Volbeat haben keinen wirklich schlechten Song im Repertoire, doch ist meine Enttäuschung darüber, dass die Setlist dermaßen extrem an ein nickelback- und shakiraverseuchtes Publikum angepasst wurde, so groß, dass ich nicht anders kann, als das Album mit gerade mal 5 Punkten zu bewerten. Es wurde einfach auf zu viele metallische Klassiker zugunsten der neugewonnenen Fans verzichtet. Das unterstelle ich den Jungs einfach mal. Die Stimmung war, wie zu hören ist, trotzdem ausgelassen. Natürlich wurde gut abgefeiert. Doch wer wie ich auf einige, wie ich finde, unverzichtbare härtere Songs gehofft hat, wurde sehr enttäuscht. Da half auch die allgemein gute Stimmung im Publikum nicht wirklich.

Und damit nicht genug. Ich besitze die CD/DVD-Version und vor dem Kauf las ich mir die Tracklist durch. "Ah, gut. Guitar Gangsters ist drauf..." Tja, hätte ich mal lieber genauer gelesen. Der Song ist enthalten. Jo. Allerdings nur auf der DVD. Heißt im Klartext: Alle, die gerne die Liveversion fürs Auto o.ä. gehabt hätten, müssen darauf leider verzichten. Aber zum Glück sind auf den CD's ja alle Coverversionen vertreten... F@%k off!

Nee, liebe Leute. So geht's nicht. Ich gönne der Band den Erfolg und hat eine Truppe erstmal ein halbes Dutzend oder mehr Alben auf dem Kerbholz, muß man als "alter" Fan halt Abzüge in der Setlist hinnehmen, aber nicht nach gerade mal 4 Alben! Die vorangegangene Tour kam die Band nach dem Gig noch zum Feiern an die Bierstände und 2 Jahre später werden der Setlist fast sämtliche Zähne gezogen. Klar. Ab 'ner gewissen Größe sind Dinge wie die Bierstandaktion nicht mehr realisierbar, deshalb muß man auf Konzerten aber nicht den Lenor-Kurs fahren.

Wie gesagt: Die Songs halten alle ein recht hohes Niveau (trotz inzwischen aufkeimender Eintönigkeit in Sachen Songwriting; da hilft auch eine popelige Mundharmonika nicht). Das Verhältnis "Heavy : MTV" ist aber so stark ins Ungleichgewicht geraten, dass ich kotzen möchte. Ich kann und will dieses krasse Kurskorrektur der Band nicht gutheißen. Nicht, nach gerade mal einem Song auf MTV. Das ist wie ein Klimawandel, der sich über Nacht abspielt. Gestern war das Klima noch sommerlich und heute muß ich Scheiben kratzen...

Punkte: 5 / 10


Volbeat: Live From Beyond Hell/Above Heaven

Audio CD

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Tracklist:

  1. Intro
  2. The Mirror And The Ripper
  3. Maybellene I Hofteholder
  4. 16 Dollars
  5. Heaven Nor Hell
  6. Who They Are
  7. Evelyn
  8. Sad Man's Tongue
  9. 7 Shots
  10. Pool Of Booze, Booze, Booza/BOA
  11. A Warrior's Call
  12. The Garden's Tale
  13. Fallen
  14. Thanks
  15. The Human Instrument
  16. Angelfuck
  17. Still Counting
  18. I Only Wanna Be With You

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