Heritage Of Satan (2011) - ein Review von Shyclad

Root: Heritage Of Satan - Cover
1
Review
1
Rating
5.00
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Heavy Metal, Black Metal


Shyclad Avatar
17.11.2011 18:02

Eines vorweg: ich bin eigentlich seit deutlich über einer Dekade großer Fan der Band, aber das neue Album ist für mich eine ziemliche Enttäuschung.
Das Intro ist viel zu lang und schafft es dabei auch nicht Spannung aufzubauen. Der erste richtige, im Midtempo gehaltene Song "In Nomine Satanas" ist dann durchaus noch ganz gut, vor allem cool, dass zum ersten Mal seit Ewigkeiten wieder auf Tschechisch gesungen wird. Jedoch bleibt dieses Stück relativ überaschungsarm und auch Gastsänger Nergal von BEHEMOTH hievt es nicht über guten (bandinternen) Durchschnitt. Der nächste Song ist zwar etwas schneller und durchaus auch nicht schlecht, aber eigentlich ist man viel Aufregenderes von ROOT gewohnt. Mit "Revenge Of Hell" kommt dann sogar ein völlig uninspiertes Stück, das man höchstens mit viel Wohlwollen noch als durchschnittlich bezeichnen kann. Das recht moderne 08/15-Grundriff des Songs klingt absolut untypisch für die Band und hätte auch von irgendeiner x-beliebigen Band ohne eigenen Stil stammen können. Danach folgt mit "Darksome Prophet" schneller Black Metal leicht norwegischer Prägung bei dem man aber am Anfang durchaus auch noch raushört, von welcher Band es komponiert wurde. Das ändert sich leider nach dem Break, auf das ein monotones und einfallsloses Gitarren/Doublebass-Geratter folgt, wie man es eher von einer Kopie von Bands wie MACHINE HEAD oder FEAR FACTORY erwarten würde. Insgesamt zählt das Stück aber sogar noch zu den besseren der Scheibe.
"Fiery Message" ist dann auch noch ganz gut, aber auch hier fehlt es eigentlich an spannenden Momenten. Beim folgenden Track wird wieder mehr aufs Gaspedal getreten doch nur beim ruhigeren Mittelpart mit Klavier kann mich das Stück etwas mitreißen. Das folgende "His Coming", welches mal wieder von einem wenig eigenständigen, moderneren Riff getragen wird, schleppt sich recht zäh dahin ohne aber eine doomige Atmosphäre oder dergleichen aufzubauen, wie es der Band noch auf "The Book" häufig so hervorragend gelang. Einzig der Chorpart in der Mitte ist hier schön atmosphärisch, aber darauf folgt wieder übergangslos das langweilige Grundriff. Schneller wird's dann wieder bei "Greetings From The Abyss", aber mehr als einen netten Uptemposong ohne Höhepunkte bekommt man hier auch nicht geboten. "The Apocalypse" ist dann zwar wieder etwas origineller, aber Gänsehautmomente und Aha-Erlebnisse (die ich früher bei der Band ständig hatte) sucht man auch hier vergebens.
Unterm Strich ein sehr durchwachsenes Album, das keinem Vergleich mit früheren Großtaten standhält, auch wenn die meisten Stücke ein paar gute Ansätze (aber leider immer auch viele belanglose Momente) enthalten - und das Intro und "Revenge Of Hell" nicht einmal dieses.

Bleibt noch festzuhalten, dass die Grundausrichtung dieser Scheibe im Vergleich zum Vorgänger wieder deutlich rauher und Black-Metal-lastiger ausgefallen ist, was an sich nicht schlecht wäre, denn vor allem die Ballade auf "Daemon Viam Invenient" war dann doch etwas zu klischeehaft-kitschig und die Produktion etwas glatt. Dennoch hatte jenes Album noch viel mehr interessante Momente und Abwechslung zu bieten als "Heritage Of Satan" und das, obwohl es auch schon deutlich im Schatten seines mächtigen Vorgängers "Madness Of The Graves" stand (welches übrigens bezeichnenderweise das letzte Album mit Gründungsmitglied und ehemaligem Hauptsongwriter "Blackie" war, dessen Riffs und Ideen der Band seitdem einfach hörbar fehlen). Auch "Madness Of The Graves" war ja wieder rauher als sein Vorgänger ("Black Seal"), aber im direkten Vergleich zum aktuellen Album eben auch deutlich dramatischer, origineller und atmosphärischer.
Fast bekommt man den Eindruck, die Band versuche auf "Heritage Of Satan" mittels etlicher bekannter Gastmusiker von Bands wie BEHEMOTH, WATAIN, MAYHEM etc., von dem wenig aufregenden Songmaterial abzulenken.

Leider muss ich sagen, dass Root wohl niemals zuvor so gewöhnlich (und bei einigen Songs sogar austauschbar) klangen und so wenig Atmosphäre und Originalität an den Tag legten wie hier. Sehr, sehr schade, für mich eindeutig der Tiefpunkt der bisherigen Diskografie, auch wenn einige gute Ansätze vorhanden sind (was das Ganze nur umso trauriger macht)...

Punkte: 5 / 10


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Tracklist:

  1. Introprincipio
  2. In nomine satanas
  3. Legacy of ancestors
  4. Revenge of hell
  5. Darksome prophet
  6. Fiery message
  7. Son of satan
  8. His coming
  9. Greetings from the abyss
  10. The apocalypse

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