Death Squad (1987) - ein Review von metal lounge

Darkness: Death Squad - Cover
1
Review
14
Ratings
8.36
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Speed Metal, Thrash Metal


04.06.2015 23:47

Ein klarer Fall von "Man muss dabei gewesen sein", würde ich mal sagen. Damals war ich aber nicht im Ruhrpott, sondern habe als kleiner Grundschulknirps noch gar keinen eigenen Musikgeschmack entwickelt gehabt.

Und so möchte ich heute urteilen: Kult UND Kacke!
Soll heißen: Das Ding ist sicher nicht schlecht, und doch recht armselig. Zackig thrashen sich die Mannen durch ihre Songs, leider mit ewig gleichem stupiden Speed-Geriffe und absolut mäßigem Gekrähe.
Interessant wird es, wenn man bei Midtempo-Stücken wie "Tarsman Of Chor" etwa merkt, dass die Typen hier einfach nicht präzise zusammenspielen können. Dieses untighte Gerumpel fällt bei den schnellen Stücke gar nicht so auf, da verschwimmt der Gesamtklang ohnehin. Wobei der allerdings wirklich weit schlechter sein könnte. Das passt also schon. Und das ebenfalls langsamere "Burial At Sea" ist ja auch schon wieder viel besser gelungen. Das Stück hat doch einigermaßen Biss.
Also: Hier ist keinesfalls alles mies, aber auch einfach nichts besonders. Doch, der letzte Track "Phantasmagoria" ist eigentlich ganz gut.

Ich habe den Battle Cry Re-Release von 2005 mit einigen Bonustracks samt einigermaßen unterhaltsamen Text zur Bandgeschichte: Chancen versaufen und irgendwie auch immer wieder Pech haben...
Ultrarumpelige Songs von Demo Tapes mögen ja ganz OK sein, aber eine Band, die eine so derart beschissene Liveaufnahme wie das Priest-Cover "Living After Midnight" veröffentlicht ohne vor Scham im Boden zu versinken, die hat wahrlich jegliche Selbstachtung vergessen. (Aber vielleicht hatten die Herren ja gar keinen Einfluss darauf, das mag auch sein....)

Ach ja, das Artwork: Unfassbar mies. Selbst für frühe Ruhrpott-Untergrund-Thrash-Verhältnisse untragbar, wenn ich das so mit anderen Sachen vergleiche. Eine Band, die ein derart beschissenes Artwork veröffentlicht ohne vor Scham im Boden zu versinken, die hat wahrlich noch keine Selbstachtung entwickelt gehabt.

Die Scheibe darf getrost verstauben, wenn ich mal Lust auf kultiges Gerumpel habe, das eben nicht auch gleichzeitig Kacke ist, dann greif ich doch lieber zu ASSASSINs "The Upcoming Terror". Zum Beispiel.

Punkte: 4.5 / 10


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