Censored In-Existence (2006) - ein Review von walzenstein

Censored: In-Existence - Cover
1
Review
1
Rating
8.50
∅-Bew.
Typ: Album
Genre(s): Metal Death Metal


walzenstein Avatar
05.04.2018 08:02

Die Schweizer sind ja als ein ruhiges Völkchen bekannt. Ja, es wird sogar gemunkelt, sie seien allesamt etwas langsamer, als der Rest der Welt. Nun, dass dem nicht so ist, beweist nicht nur DJ BOBO, der mit Highspeed-Attacken dem Chihuahua huldigt. Aber mal ehrlich: Bands wie CATARACT, SAMAEL, CORONER, MESSIAH, CROPMENT oder CELTIC FROST stellen nicht erst seit gestern klar, dass man die Schweizer nicht unterschätzen sollte. Und mit CENSORED kommt ein weiterer Hammer aus dem Alpenstaat. Die drei Jungs sind im Jahre 2001 zusammengekommen und haben mittlerweile über 80 Gigs hinter sich (u.a. mit namhaften Acts, wie z.B. NASUM, ABORTED, PUNGENT STENCH, BELPHEGOR und HOLY MOSES) und ich bin sicher, dass sich ihre Anzahl an Auftritten nach diesem Album drastisch steigern wird.

Von Beginn an zeigen CENSORED aggressiv, was sie an ihren Instrumenten können. Als Death Metal mit Thrash-Schlagseite und Ausflügen in die Grind-Region könnte man „In-Existence“ beschreiben. Manuel, Marcel und Nik brettern gekonnt was das Zeug hält. Da sind Elemente des Ami-Deaths der 80/90er, vertrackte Riffs und passende Breaks, die allesamt ganz und gar nicht altbacken klingen, sondern sehr modern daherkommen. Die variablen Vocals von Manuel bieten neben den Growls auch wütenden, leicht thrashigen Gesang, der mich manchmal an Jeff Walker erinnert. Sehr positiv wirkt sich bei CENSORED neben dem Drumming und Gesang, auch die Gitarrenarbeit aus, die außer donnerndem Riffing, richtig geile Melodiebögen beinhalten. Auch ohne Lesen der Lyrics wird der Hörer, spätestens beim fünften Track „Suicide Machine“, herausfinden, dass CENSORED die globale politische Lage nicht scheißegal ist. Ist das Gelaber von George „Wanker“ Bush doch deutlich zu vernehmen.

Nach den neun Tracks, vergaß ich mal, die Repeat-Taste zu drücken…, und das war gut so! Bekommt man doch nach ca. 7-8 Minuten Stille einen Hidden-Track zu hören. Und dies in Form einer Cover-Version: OBITUARY „Slowly We Rot“. Warum allerdings als Hidden-Track, weiß ich nicht, denn verstecken muss man diesen Song unter gar keinen Umständen! In dem sehr ausführlichen und sehr informativen Info-Brief steht, dass das Trio „auf der Suche nach einem entsprechenden Vertrieb, einem passenden Label und natürlich weiteren Konzerten“ ist. Und ich bin mir sicher, dass dieser geilen Band aus Zürich, diese Wünsche in nächster Zeit ganz sicher erfüllt werden. Daumen nach ganz oben!!!

Punkte: 8.5 / 10