Vor Dem Tor (2011) - ein Review von woifal

Gratzug: Vor Dem Tor - Cover
1
Review
1
Rating
7.00
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Black Metal


05.04.2013 16:08

"Vor dem Tor", das Demo des deutschen Solo-Projekts "Gratzug", steht heute auf der Speisekarte. 2011 wurde es kurz nach der Gründung im klassischen Stile auf Kassette veröffentlicht und stellt das Debüt-Werk des Black Metalers Mephistopheles dar. Im selben Jahr noch gab es ein zweites Demo namens "Pestabtei", 2012 dann das erste Full Length-Album "Mondtore" und eine Split mit den Finnen "Virvatulet".

Nicht nur optisch wirkt es, sondern auch aus der musikalischen Ecke hallt es sehr klassisch schwarzmetallisch. Dieser Eindruck wird nach dem kurzen klaren Gitarren-Intro von "Totenzug" bestätigt, wo sich sogleich eine düstere Atmosphäre aufbaut, die sich bis zur letzten Sekunde des Tapes hält. Trotzdem sich die Tracks allesamt sehr ähneln, was vor allem an den durchgehend schnell gespielten Gitarren und dem Schlagzeug liegt, hat doch jeder für sich seine eigenen Passagen oder Riffs, durch die er zu gefallen weiß. Die Melodien der Saiter halten sich relativ monoton und zeigen sich teilweise klassisch anmutend. Unterstützt wird dabei von Seiten des Schlagwerks großteils durch Blastbeats und durch das heisere, übersteuerte, tief-schwarzmetallische Gekeife. Ganz typisch, wie es für Black Metal gehört und passt.
Ohne dabei eine "Trueness"-Diskussion anstoßen zu wollen, sind Parallelen zu "Nargaroth" und Konsorten nicht zu dementieren. Die Titel an sich sind im Aufbau simpel gehalten. Melodiebögen wechseln sich ab, es geht schnell voran, wird ab und an mal langsamer und durch klare Gitarrenmelodien unterbrochen. Nicht herausstechend innovativ, aber zweckmäßig – immerhin wird es über die komplette Spielzeit nicht langweilig. Es ist in Summe einfach Bekanntes, das in der Umsetzung als gelungen einzustufen ist. Darüber hinaus kann auch der Klang des Bandes bestechen, der sehr roh und kalt gehalten ist. Das macht das Ganze zusätzlich authentisch und sympathisch und kommt diesem Werk durchaus zugute.

Packend ist diese Kassette auf jeden Fall, selbst wenn es nicht allzu sehr aus der Masse herauszustechen vermag. In der Endlosschleife funktioniert sie leider nicht – dafür ist die Musik dann doch etwas zu eintönig. Mephistopheles hat hier mit "Gratzug" kein Meisterstück abgeliefert, aber sicherlich ein Album, das sich vor der Konkurrenz nicht verstecken muss und das sich der gemeine Black Metal-Fan anschauen sollte. Wer den Schwarzmetall simpel und hasserfüllt mag, der sollte "Vor dem Tor" ohnehin nicht verpassen.

Wolfgang / RottingHill.at

Punkte: 7 / 10


Login
×