Debauchery Continue To Kill (2008) - ein Review von walzenstein

Debauchery: Continue To Kill - Cover
1
Review
11
Ratings
8.05
∅-Bew.
Typ: Album
Genre(s): Metal Death Metal


walzenstein Avatar
05.04.2018 09:14

DEBAUCHERY polarisieren. Das ist schon mal klar. Einerseits wird ihnen nachgesagt, sie seien ein SIX FEET UNDER-Klon, zu klischeehaft und haben keine klare Linie. Andererseits sind die Stuttgarter für viele der Inbegriff des deutschen Death Metals, live eine Bank und auf Alben brutal. Ich gehöre zur letzteren Gattung und muss sagen, dass sich DEBAUCHERY mal wieder was Feines zusammenkomponiert haben.

War das letzte Album „Back In Blood“ im Grunde genommen nichts anderes, als AC/DC im Death Metal-Gewand, ist „Continue To Kill“ ein Querschnitt aus allen Alben. Ja, DEBAUCHERY grooven, blasten, rocken; und das äußerst abwechslungsreich.

Schüsse aus Kanonen, Gewehren und was weiß ich noch, sind die Grundlage des Intros, bevor DEBAUCHERY bei „Blood God Rising“ endlich mal wieder zeigen, dass sie auch schnellen Death Metal spielen können. Dazu kommt noch der Refrain, der für diesen Kracher fast schon zu melodiös klingt. Der Titeltrack setzt noch einen drauf. Erst dachte ich beim Anfang, hier wird LITTLE RICHARDs „Tutti Frutti“ gecovert, wurde dann aber eines Besseren belehrt, als Oli anfing die Drums zu malträtieren. Grunts und Screams wechseln sich ab, wie auf fast dem gesamten Album. „Roots Bloody Roots“-ähnlich (vom Gitarrenspiel her) beginnt „Faith And Fire“ und bei „Hard Rockin’“ ist der Name Programm. Dieser Track hätte auch auf der „Back In Blood“ sein können. Bei „King Of Killing“ nehmen sich DEBAUCHERY das Thema SIX FEET UNDER-Klon vor. Zu Beginn hört man schwuchtelige Stimmen „Debauchery is sooo boring! Sounds like Six Feet Under“, bevor Thomas mit Kettensäge kommt, wütend brüllt: „Feel this, you fucking shit Cunt“ und sie dann killt. Hehe … ich find das super, dass sich die Band absolut nicht zu ernst nimmt. Dieser Track ist übrigens ein stampfender, doomiger Song mit starken Einflüssen des klassischen Heavy Metal. Eine Cover-Version darf bei den Baden-Württembergern natürlich auch hier nicht fehlen. Diesmal in Form von SLAYER’s „Angel Of Death“. Die letzten beiden Songs sind dann wieder recht DEBAUCHERY-(un)typisch. „Metal On Metal“ mal wieder mit AC/DC-Riffing, aber „Walking Glory Road“ ist für mich ein wahres Highlight. Was die Jungs hier veranstalten, ist schon recht geil. Der Song ist im Grunde genommen ein Heavy Metal-Stück mit Thomas’ unverwechselbaren Gegrunze, aber der Refrain … der Refrain, der wird von Leads und Keybord mit einer dermaßen coolen Melodie untermalt, dass man Haut vom Huhn bekommt. Ein wirklich schöner Song.

Wer DEBAUCHERY aufgrund der Klischees und der Klon-Vorwürfe nie mochte, wird sie sicherlich auch jetzt nicht in ihr Herz schließen, was ich dann aber als intolerant bezeichnen würde. DEBAUCHERY sind besser als SIX FEET UNDER und Vergleiche zu den Amis kann ich eh nicht ziehen, weil ich SIX FEET UNDER nie mochte; DEBAUCHERY aber doch! Und von den Vocals her, kann Chris „Bong“ Barnes den Vergleich eh nie wagen, es mit Thomas aufzunehmen. Thomas ist dermaßen variabel in der Stimme geworden, dass es mich so manchmal aufhorchen ließ. Also vergesst SIX FEET UNDER! Es leben DEBAUCHERY!

Punkte: 9 / 10