Under The Spell (2011) - ein Review von Frozen-Steel

Spellcaster: Under The Spell - Cover
2
Reviews
6
Ratings
9.42
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Heavy Metal, Speed Metal


Frozen-Steel Avatar
06.08.2011 20:46

"Wo nehmen die Jungs diese Riffs her?", frage ich mich, und ringe mit mir selbst, ob ich nun "Locked on" gleich nochmal abspielen soll. Hohes Tempo, beissende Riffs, selten haben ein paar Powerchords den Impakt gehabt, der durch die dreckigen und in angenehm mittleren Lagen gehaltenen Vocals von Thomas Adams nur noch verstärkt wird. Es ist ein Riffmonster, wie es im Buche steht. Auch wenn die Gitarren den klaren Hauptanteil haben, alle Instrumente passen wie die Faust aufs Auge, und schlägt genau dahin wos weh tut. Ein Song der bleibt und, noch viel wichtiger, mit jedem Mal wächst.

Doch ich komme nicht zum Repeat Button, denn schon erklingt das rasante Geshreddere von "Power Rising". Immer diese eingeschobenen Rhytmustriolen, das ganze Album hindurch Speedmetal Typisch hohes Tempo, ständige Rhytmuswechsel, geführt vom Überragenden Shad Covert an den Kesseln. Perfekte Mischung aus Geschwindigkeit, Härte und Melodie, eine Eingängigkeit die ihresgleichen sucht. Ich denke ans Einkaufen zurück. Wie viele haben sich wohl gefragt weil ich ständig den Chorus vor mich hin gesungen habe? Scheiss drauf, break, wir sind beim übergang, etwas Tempo rausnehmen, ein Wahnsinnssolo nach dem anderen hingelegt - es geht auch mal ein wenig langsamer.

All dies passiert in diesem Moment. Ich war mit Spellcaster von Anfang an auf einer Wellenlänge. Typisch Amerikanische Speed/Power Metal Riffkunst, vom allerobersten Regal. "Wo nehmen die Jungs diese Riffs her?" frage ich mich erneut. Und bei jedem einzelnen Song. Und bei allen Songs das gleiche Phänomen, obwohl sie mir von anfang an hervorragend passten, ich bei allen das gewisse etwas, dieses untergrund-typische Charisma, das an allen Elementen zu hören ist, gefunden habe, sie wachsen weiter. "Under the Spell" ist inzwischen eines der, vielleicht DAS meistgespielte Album meiner Sammlung. Und mit dem Abschluss "Spellcaster" hauen die Jungs auch noch einen lupenreinen Diamanten in dieses Schmuckstück des Power Metals, der nochmal alles vorhergehende übertrifft. Diese eingeschobenen Rhytmustriolen... Diese dreckigen Shouts... die Chöre, die Bassuntermalung, die abwechslungsreichen Drums, es stimmt einfach alles. Bis hin zu den nunmal klischeehaften Texten, die mir noch bei wenigen Bands irgendwas ausgemacht haben. Wer solche Musik macht, der hat sich auch das Recht verdient, diese typischen True Metal Texte zu nutzen.

Darum muss ich meine ursprüngliche Note auch leicht verändern. Die vergangenen Monate dachte ich immer und immer wieder, dass es ein Fehler war, diesem Album nicht die Höchstnote zu geben. Jeder Power Metal Fan und Gitarrenfetischist wird nach diesem Meisterwerk Gänsehaut und Tränen in den Augen haben.

Von A bis Z, wie gesagt, vielleicht inzwsichen mein Lieblingsalbum, das sogar die neue Angel Witch aus dem Player verdrängen mag. Von einem Traditionalisten ist das praktisch eine Heiligsprechung. Und wieder frage ich mich unweigerlich: Woher nehmen die Jungs diese verdammten Widerhakenriffs?

Punkte: 10 / 10


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