Smrad (2008) - ein Review von Janeck

Smorzando: Smrad - Cover
1
Review
1
Rating
8.50
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Black Metal


Janeck Avatar
03.09.2011 11:59

Kaum ein Black Metal Album hat mich in den letzten Jahren so sehr umgehauen wie das Demo der Schweizer SMORZANDO, welches eine ganz spezielle musikalische Traumreise darstellt.
Die 5 Kunstwerke auf “Smrad“ besitzen keine Songtitel und sind schlicht “Lied 1“, “Lied 2“ usw. betitelt.
Wie es sich für ein richtiges Black Metal Demo gehört, ist der Sound dementsprechend extrem räudig und stinkt nach fauligem Keller.
Genau hier lässt sich aber auch schon der erste Punkt für die Großartigkeit von SMORZANDO ausmachen. Der Sound dient auf “Smrad“ sozusagen als ein weiteres Instrument und schraubt die eh schon enorme Atmosphäre in eine unglaubliche Dimension.
Die Gitarre klingt so dermaßen beißend grell, dass es wirklich Schmerzen bereitet, dabei sind die vielen Melodien so unglaublich hypnotisch und stehen im vollen Kontrast zur deprimierenden Grundstimmung.
Post-Rock sowie Ambient Einflüsse durchziehen die ganzen Songs, gepaart mit den irren psychopatischen Vocals ergibt das einfach eine ganz eigene Grundstimmung.
Das Tempo ist größtenteils eher schleppend und tragend, Keyboardsequenzen sowie dieser crunchige Gitarrensound schweben einfach auf einer ganz anderen Ebene und besitzen schon was Magisches.
Gerade diese irren Vocals sind sowas von mächtig, alleine wie in “Lied 3“ und “Lied 5“ geschrien wird oder in “Lied 2“ völlig gelitten wird, das ist schon alles so derbe mächtig.
Besonders diese grandiose Gitarre in “Lied 3“ zieht mir jedes Mal die Hosen aus um dann mit einer noch fräsenderen Melodie den Song zu beenden. Intensiver geht es kaum!
Die nächste Steigerung gibt es dann mit “Lied 4“. Ehrfürchtige Melodien paaren sich mit psychopatischen Gekreische und einer völlig weltfremden Atmosphäre.
Das ist alles so über, dafür fehlen mir echt die Worte.
Was SMORZANDO mit einem nüchtern betrachtet, grottigen Demo erschaffen haben, kommt wenn man Glück hat nur alle 10 Jahre in der Black Metal Szene vor.
Hier wird Musik wirklich als ausdrucksstarkes Stilmittel verwendet, ohne dabei auf Sound oder spielerische Finesse zu achten.
Niemals würde die Musik auf “Smrad“ diese Gefühle übermitteln können, wenn ein professioneller Sound Verwendung gefunden hätte.
Und gerade “Lied 5“ würde niemals anders funktionieren, wie mächtig kann Musik eigentlich sein?
Da wird so unbarmherzig geschrien, Melodien die so unwirklich erscheinen, lassen jede Hirnwindung explodieren und die Klaus Kinski und Werner Herzog Samples sind einfach wie für den Song geschaffen.
So eine Stimmung kenne ich auf keinem anderen Black Metal Werk, diese Atmosphäre auf diesem Demo ist völlig einzigartig und etwas ganz besonderes.
Nur befürchte ich, dass SMORZANDO diese Magie nie wieder reproduzieren können, weder auf einem Album oder auf weitere Demos.
Die Hoffnung auf eine weitere Veröffentlichung von SMORZANDO ist trotzdem enorm hoch.

Punkte: 8.5 / 10


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