Ténèbres (2011) - ein Review von Sgt. Kuntz

Ténèbres: Ténèbres - Cover
1
Review
2
Ratings
7.50
∅-Bewertung
Typ: Compilation/Best-Of
Genre(s): Metal Heavy Metal


Sgt. Kuntz Avatar
29.06.2011 12:10

Nachdem sich für Anhänger des französischen Metals nicht gerade viel getan hat in den letzten Monaten, hatte man im April gleich die Wahl zwischen drei äußerst interessanten Veröffentlichungen. Einmal die sehr starke CHARTER-LP von Fils Du Metal mit gradlinigem Power-Speed Metal, die Newcomer von SHINING STEEL mit ihrem recht melodischen Debütalbum und schließlich TÉNÈBRES , deren Werdegang man im aktuellen Snakepit-Magazin nachlesen kann. Kein Zufall natürlich, war doch Herausgeber Laurent Ramadier sowohl bei CHARTER, als auch hier als Vermittler zwischen Band und Label aktiv.

Und den positiven Aspekt gleich mal vorneweg: Das TÉNÈBRES-Demo von 1986, das man hier auf der A-Seite wiederfindet, ist einfach nur legendär. Was hier an spielstarkem, schnellem Power Metal geboten wird, kann so ziemlich mit jedem der großen Frankreich-Acts mithalten, seien es ADX, BLASPHEME, HIGH POWER oder H-BOMB. Die vier Tracks spielen durchgehend in der höchsten Klasse mit und vermitteln eine powernde, zupackende Dynamik. Gitarren- und Drumsound ziehen einem ordentlich den Scheitel und die Vocals halten ideal die Balance zwischen Aggression und Melodie, wobei auch getragene, fast schon hymnische Parts mit eingebunden wurden (“Rêve De Sexe“). Das allein macht die LP eigentlich schon zu einem “must-have“ für alle, die auch nur annähernd was mit französischsprachigem Heavy Metal anfangen können. Hätte man aus dieser Demo eine EP gemacht, wäre eine Höchstnote fällig gewesen. Doch natürlich spielt auch die B-Seite für die Bewertung eine Rolle, und dort enttäuschen - “dank“ einer ziemlich durchwachsenen Klangqualität - die beiden Live-Tracks leider ebenso wie die Proberaumaufnahmen. Man erkennt zwar, dass auch diese Songs das Potenzial für mehr hätten, so richtig Spaß machen sie aber nicht, und die meisten Besitzer der LP werden sich das Umdrehen von der A- auf die B-Seite mit der Zeit sparen. Natürlich muss man berücksichtigen, dass eine 12“-EP in der Herstellung fast genauso teuer ist und deshalb solche Zusammenstellungen eben oft auf LP-Länge gestreckt werden.

Trotzdem würde ich soweit gehen und den vier Tracks des 86er Demos bescheinigen, dass sie allein das Eintrittsgeld von 15€ wert sind, wenn auch ein etwas fader Beigeschmack mitschwingt.

Sgt. Kuntz

Punkte: 7.5 / 10


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