Chuckles And Mr. Squeezy (2011) - ein Review von the-patient

dredg: Chuckles And Mr. Squeezy - Cover
1
Review
18
Ratings
5.08
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Rock


the-patient Avatar
29.04.2011 02:48

Vorab, ich bin Fan vieler unterschiedlicher Musikrichtungen und wenn bei mir im einen Moment noch Slayer oder Meshuggah läuft kann im nächsten auch Little Dragon, Paul Kalkbrenner oder Beastie Boys laufen – Hauptsache die Musik ist interessant und gut.
Es ist also hoffentlich klar, dass ich nicht einfach enttäuscht bin weil das Album nur die logische Weiterführung von der schon recht schwachen Pariah, Parrot, Delusion ist, sondern weil das Album einfach insgesamt langweilig, uninspiriert und halbherzig klingt.
Das Problem ist, dass Dredg mal angefangen haben mit Progressive Rock und sich dann immer weiter in Richtung Pop Rock begeben haben. So ist es zwar eigentlich ein logischer Schritt sich mit einem Hip-Hop Produzenten zusammen zu tun. Dass die Wurzeln aus einer anderen Richtung kommen, können aber selbst die Herren um Gavin Hayes nicht verbergen und so ist das Album weder Rock noch Pop sondern irgendein Bastard der keinem der beiden Lager so recht gefallen will.
Textlich gerät man auch in recht grenzwertige Gewässer: Als Beispiel The Thought of Losing You ist so dermaßen kitschig:
Today, Today is a new day – put the pain away, today
Tomorrows a new day, the scars will fade someday (someday)
The thought of losing you is not an option
Etc.
Reim dich oder ich fress dich! Vom Inhalt mal ganz zu schweigen wenn man als Referenzwerk die El Cielo herzieht (und wenn man so ein Album wie El Cielo veröffentlicht dann muss man sich den Vergleich einfach gefallen lassen – Entwicklung hin oder her) ist das einfach unterste Schublade. Solche Texte erwarte ich von post-pubertierenden Schmalzsängern aber nicht von Dredg.
Um nochmal auf die Musik zurück zu kommen: Als ich das Album das erste Mal gehört habe ich mich ernsthaft gefragt ob sie sich vom Drummer getrennt haben (wer die Band schon mal live erlebt hat, oder sich zumindest das Video zu Bug Eyes angeschaut hat weiß was der Kerl für ein Tier ist). Die Lieder haben alle einen ziemlich einfallslosen Beat. Sofern es denn ein Lied mit echten Drums ist, ansonsten sind es nämlich recht einfallslose Plastik Pop Beats die teilweise Hobbymusiker besser hinbekommen.
Wenn wir schon bei den Beats sind: die sind teilweise ziemlich trashig, teilweise aber auch noch akzeptabel. The Tent hat was Dub-mäßiges, Down Without a Fight hat einen Techno Einschlag, der Opener Another Tribe erinnert mich schwer an Gangsta’s Paradise (find ich nicht so gut aber wem’s gefällt…).
Aus dem ganzen Album sticht die Akustik Ballade Kalathat und das letzte Lied Before It Began heraus aber bevor man sich an diese Strohhalme klammert … so wirklich besonders ist die Ballade auch nicht. Ich mein ein Lied auf einer Akustikgitarre und dazu Gesang – gab’s ja noch nieee. Before It Began ist hingegen deutlich interessanter weil hier Dredgs progressive Seite rauskommt. Das Lied geht Richtung World Music aus dem Orient und vereint die übrigens immer noch sehr schöne Stimme mit einem orientalischen Feeling was meines Erachtens wirklich gut klingt.

Abschließend kann man aber auch die ein oder andere ‚gute‘ Sache über das Album sagen:
Die Lieder sind, sofern man kein Dredg Album erwartet, sicherlich nicht so schlecht aber da soll dann bitte jemand eine Rezension schreiben der vorher nicht Leitmotif und El Cielo gehört hat.
Das ganze Album ist in sich geschlossen, d.h. Dredg spielen auf dem Album eben Pop Rock aber dafür auch nur Pop Rock.
Was ich dem Album persönlich am meisten zugutehalte ist etwas, dass ich in einem Interview mit dem Gitarristen gelesen habe. Dieser meinte, auf dem Album sollte eigentlich Dan the Automator feat. Dredg stehen und er versteht wenn Fans nichts damit anfangen können. Die Einstellung zu dem Album finde ich sehr gut, rechtfertigt aber keine gute Wertung denn ich gehöre zu genau den Fans die damit nichts anfangen können.
3 Punkte gibt’s für ein durchwachsenes Album das gegen Ende ein bisschen besser wird aber im Dredg Repertoire einfach den absoluten Tiefpunkt darstellt

Punkte: 3 / 10


Dredg: Chuckles and Mr.Squeezy (Jewel)

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Tracklist:

  1. Another tribe
  2. Upon returning
  3. The tent
  4. Somebody Is Laughing
  5. Down without a fight
  6. The Ornament
  7. The thought of losing you
  8. Kalathat
  9. Sun goes down
  10. Where I'll end up
  11. Before it began

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