While Heaven Wept Fear Of Infinity (2011) - ein Review von Fire Down Under

While Heaven Wept: Fear Of Infinity - Cover
3
Reviews
26
Ratings
8.37
∅-Bew.
Typ: Album
Genre(s): Metal Doom Metal, Epic Metal


Fire Down Under Avatar
09.10.2011 00:02

"Vast Oceans Lachrymose" traf mich Anfang 2010 so ziemlich aus heiterem Himmel und wurde für sehr lange Zeit ein täglicher Wegbegleiter für mich, und auch wenn es nicht mehr jeden Tag läuft bleibt die Faszination für Album wie Band ungebrochen. Gleichzeitig wurde der Band mit diesem Werk völlig zurecht eine größere Aufmerksamkeit zuteil, was sich durch das daraus resultierende Signing mit dem Brachenriesen Nuclear Blast sicher noch weiter verstärkte.
Letzteres ließ mich zwar kurz skeptisch werden, was sich allerdings als völlig haltlos erwies, da Tom Phillips anscheinend Sturkopf genug ist, dass er sich von nichts und niemandem in seine Musik reinreden lässt. Die Band schließt auf "Fear Of Infinity" an den Vorgänger "Vast Oceans Lachrymose" an, allerdings ohne sich selbst zu wiederholen, wenngleich sich beide Alben von der Dramaturgie her ähneln. Und war schon "Vast Oceans Lachrymose" ein Monument, dessen Steigerung ich - aller Ankündigungen Phillips' zum Trotz - sicher nicht erwartet hätte, so finde ich "Fear Of Infinity" diesem Album mindestens ebenbürtig, ja, sogar NOCH eine Spur aufregender und mitreißender, einer Achterbahnfahrt der Emotionen gleichkommend.

Das Eröffnungs-Triplett "Hour Of Reprisal"/"Destroyer Of Solace"/"Obsessions Now Effigies" zog mich jedenfalls gleich beim ersten aufgeregten Hördurchgang in seinen unausweichlichen Bann, dem ich mich bis heute nicht entziehen konnte. Diese 3 Songs, die auch beinahe nahtlos ineinander übergehen gehören für mich fest zusammen und bilden eine Einheit, die als solche völlig überragend ist. Der pure Wahn ist mal wieder, wie unglaublich brachial ein "Hour Of Reprisal" gleich mal zu Beginn dahergebolzt kommt, aber gleichzeitig von einer unglaublichen Schönheit durchzogen ist die einem einfach nur den Atem raubt. Das kurze "Destroyer Of Solace" ist genau vom gleichen Schlage.
Was die Band dann aber in Form von "Obsessions Now Effigies" in die Startlöcher stellt überstrahlt jedoch einmal wieder alles, ein Werk von wahrer Größe wie es selten geschaffen wird - von der Atmosphäre erinnert es mich, auch wenn die Musik selbst komplett was anderes ist, gar an ATLANTEAN KODEX! Und wie göttlich ist denn bitte dieser perfekt gesungene "aaaaaahh"-Part gegen Ende??
Auffällig ist auch, was bei sehr vielen Fans zu Kritik führte, dass "Fear Of Infinity" vom Klangbild her sich deutlich von "Vast Oceans Lachrymose" unterscheidet - ich kann die Kritik zwar nachvollziehen, mag aber (auch wenn meine Meinung da vermutlich eine Rarität darstellt) hier den Sound lieber, da er dem Album einen "unperfekten", charmanten Charakter verleiht und sich für mich sehr gut mit dem Gebolze der ersten Songs verträgt.

Und so vertrackt die ersten drei Songs waren, umso gegenteiliger setzt sich das Album fort, denn "Unplenitude" und "To Grieve Forever" sind deutlich reduzierter, dennoch aber nicht minder großartig. Hier ist alles schlicht auf den Punkt gebracht, pure Melancholie in der man versinken kann.
"Saturn And Sacrifice" schlägt dann jedoch wieder härtere, doomigere Klänge an - allerdings brauchte der Song einige Durchläufe mehr bei mir ehe ich ihn zu den Höhepunkten des Albums (sind eigentlich eh fast alle Songs) zählen konnte.
Den Abschluss des Albums bietet das überlange "Finality" - und merkwürdigerweise ist, analog zu "Vessel" vom Vorgänger eben dieser (vor allem im Vorfeld) von allen Seiten hochgelobte Song jener bei dem ich nicht nachvollziehen kann, warum gerade dieser so hervorgehoben wird da ich einfach "mehr" erwartet hätte. Dass das ganze allerdings Meckern auf hohem Niveau ist versteht sich jedoch von selbst, denn der Song ist zweifelsohne wunderschön - bitte auch auf den Text achten.

Bleibt also festzuhalten, dass WHILE HEAVEN WEPT weiterhin eine Ausnahme-Band bleiben, von der man auch in Zukunft noch Großes erwarten kann. Wie schon beim Vorgänger besteht "Fear Of Infinity" aus Material das Tom Phillips bereits vor Jahren in seiner Urform geschrieben wurde (der älteste Song auf dem Album geht bis ins Jahr 1993 zurück), sodass man vielleicht schon bald mit einem Nachfolger rechnen darf. Bis dahin (und darüber hinaus) wird "Fear Of Infinity" aber noch viele weitere Runden bei mir drehen.

Punkte: 10 / 10


While Heaven Wept: Fear of Infinity

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Tracklist:

  1. Hour of reprisal
  2. Destroyer of solace
  3. Obsessions now effigies
  4. Unplenitude
  5. To grieve forever
  6. Saturn And Sacrifice
  7. Finality