Crystal Demons (2010) - ein Review von Sgt. Kuntz

Witchunter: Crystal Demons - Cover
1
Review
5
Ratings
7.70
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Heavy Metal, Speed Metal


Sgt. Kuntz Avatar
24.05.2011 11:18

Ich weiß, ich weiß, die Auswahl ist groß und da das Budget für neue Alben sowieso viel zu klein. Und dann kommen auch noch Leute wie ich um die Ecke und legen euch Alben ans Herz, die ihr bestimmt nicht auf dem Radar hattet. Denn mal ehrlich, aus Italien kommen schon seit etlichen Jahren sehr viele neue Metalbands, von denen man die meisten, oder sagen wir mal sehr viele, gleich wieder vergessen kann. Noch dazu von My Graveyard Productions, die in Sachen Veröffentlichung nicht lange fackeln und derzeit so einiges auf den Markt werfen, nach dem Motto: Wird sich schon zeigen, was sich bewährt und was nicht. Dass da eine Truppe wie WITCHUNTER mit einem solchen Allerweltsnamen (auch wenn ein “h“ in der Mitte fehlt) etwas untergeht, überrascht nicht weiter.

Was aber wirklich schade wäre, denn nach einer Demo-CD und einer Split-LP mit den Griechen WITCHCURSE tat man mit dem Debüt “Crystal Demons“ vom letzten Jahr einen guten Schritt nach vorne. Grund genug für High Roller Records eine Vinyl-Form folgen zu lassen, in der üblichen Auflage von 500 Stück. Und während man beim Opener “Shadow Of The Night“ noch ein wenig grübelt, wohin die Reise geht, fällt bei den folgenden Tracks sehr schnell der Groschen. Hier wird nämlich sauberer, schneller Heavy Metal gespielt, der frisch und unverbraucht klingt und erst gar nicht versucht, sich allzu retromäßig aufzubauen. Sänger Di Leo darf sich auch wirklich als solcher bezeichnen, da er sich zwar durchaus in hoher Tonlage bewegt, aber auch genügend Melodien mit reinbringt und nicht alles mit hektischen Screams zupflastert, wie es bei 3 INCHES OF BLOOD oder teilsweise auch RAZOR FIST auf Dauer die Nerven strapaziert. Auf der B-Seite findet sich unter weiteren feinen, speedigen Nummern sogar ein recht düsterer Song, “The Breath Of Satan“, der die Band von ihrer anderen Seite zeigt, bevor es mit “Witchunter“ wieder gekonnt in die Vollen geht. Mit einem geglückten TYGERS OF PAN TANG-Cover lässt man ein gutes Album zu Ende gehen. Hier machen die vier Jungs also vieles richtig, denn wirklich negativ aufgefallen ist mir eigentlich kein einziger der zehn Tracks. Man darf also gespannt sein, ob die kommenden Zweitwerke von PORTRAIT und IN SOLITUDE hier überhaupt mithalten können.

Sgt. Kuntz

Punkte: 8 / 10


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