Revelations (Life Or Death) - Demos & Rarities Part 1 (2011) - ein Review von Sgt. Kuntz

Trouble: Revelations (Life Or Death) - Demos & Rarities Part 1 - Cover
1
Review
3
Ratings
7.67
∅-Bewertung
Typ: Compilation/Best-Of
Genre(s): Metal


Sgt. Kuntz Avatar
08.04.2011 13:36

Nach meiner nur halb-ernsten Beurteilung des VECTOM-Deüts, dem ich aber auch nüchtern nicht viel weniger Punkte gegeben hätte, soll es nun wieder ernst, sprich tod- statt bierernst weitergehen:

High Roller Records haben bereits die beiden 90er-Alben von TROUBLE zum ersten Mal auf Vinyl gebracht, nun sind also alte Demoaufnahmen und unveröffentlichte Songs aus der Anfangszeit an der Reihe. Unter dem etwas umständlich langen Titel werden erst mal die Jahre 1980-1983 abgedeckt. 2005/2006 erschien bereits die CD-Verison, hier nun die LP in einer schönen Aufmachung mit neuem Gatefold-Cover und einem ausführlichen Booklet mit Texten und Fotos aus der entsprechenden Zeitperiode.

Eines muss man einer Band wie TROUBLE auf jeden Fall hoch anrechnen: Mit ihrem BLACK SABBATH-beeinflussten Sound, der schweren, meist düsteren Stimmung, dem Hippie-Outfit (Schlaghosen usw.) und obendrauf noch den christlichen Texten widersprach man wirklich sämtlichen Trends und Moden der frühen 80er-Jahre. Auch, oder gerade innerhalb der Heavy Metal-Szene. Und auch die krächzende Stimme von Eric Wagner ist technisch vielleicht kein ideales Vorbild für Lehrstunden in Sachen Gesangsunterricht, wurde aber schnell zum wichtigen Markenzeichen der Band. Zumal sie ihren Stil wirklich konsequent durchgezogen haben, bekamen sie auch irgendwann die Anerkennung, die sie verdient haben. Vielleicht auch, weil sich fast jeder starke Trend irgendwann ins Gegenteil umkehrt und wie eine Pendeluhr zurück schwingt, sprich der leicht “stonige“ 70er-Sound irgendwann wieder angesagt war. Doch nun zu der vorliegenden Zusammenstellung, wo den Songs der rohe, ungefilterte Demosound sehr gut zu Gesicht steht. Nicht dass die späteren Werke jetzt überproduziert wären, aber dennoch können gerade die Versionen der etwas flotteren Songs wie “Assassin“ oder “The Fall Of Lucifer“ einige Fans dazu verleiten, den älteren Versionen sogar den Vorzug zu geben. Warum beispielsweise das tolle “Child Of Tommorow“ nicht auf einem der folgenden Alben landete, ist für mich unverständlich.

Für TROUBLE-Fans also eine runde Sache, aber auch traditionelle Metalfans, die den späteren Stoner-Einflüssen der Band nichts abgewinnen können, sollten hier auf ihre Kosten kommen.

Sgt. Kuntz

Punkte: 8 / 10


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