Man Of Sorrow (2010) - ein Review von Dr. Best

Under The Sun: Man Of Sorrow - Cover
1
Review
1
Rating
8.50
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal


Dr. Best Avatar
25.03.2012 12:58

Mike Smail, Dave Roman, Dennis Cornelius. Drei Herren, die in den 90ern den Doom Metal nachhaltig geprägt und am Leben erhalten haben, die ersten beiden mit Penance, letzterer mit Revelation und später einigen kleineren Projekten. Nach der Auflösung von Penance hat sich das Songwriter-Duo Smail (dr)/Roman (git/b) nun Mister Cornelius als nölig-näselnden Sänger ins Schiff geholt und eines der tollsten Doom-Alben der letzten beiden Jahre zusammenbebastelt, wobei man musikalisch wie textlich den Kollegen von Place of Skulls deutlich nahekommt, ohne irgendwie nachzuahmen. Wobei man textlich manchmal etwas gefestigter sein sollte, was für Manowar heute Schwerter, Titten Bier und Brüderlichkeit ist für UTS eben Bibel, Gott, Weihwasser und, immerhin, Brüderlichkeit. Wen das bei alten Trouble nicht gestört hat, kommt hier aber auch drüber weg. Denn hier wird mal so richtig drauflos geholzt. Wobei „drauflosgeholzt“ eher falsch ist, ist das gesamte Album doch von einem fiebrig mitreißenden Groove geprägt, lebt aber eigentlich viel mehr von seinen tollen Dynamikwechseln, dem warmen, dicken Gitarrenton (einmal mehr PoS-Grüße) und Musik zwischen klassischem Sabbath-Doom und 70er-getränktem düsteren Heavy Rock auf der einen und wunderschönen stilvoll bluesig-jazzig swingenden Akustikpassagen. Dem gesamten Album liegt damit ein phantastisch-lässiges Gefühl zugrunde, das zwar Doomtypisch düster, aber wie ein regnerisch-trüber Tag auch mit reichlich Sonnenstrahlen zwischen den Wolken versehen ist. Anspieltipps wären das lässig-swingende „Joy“, das dynamisch höchst abwechslungsreiche „To sleep with anger“ sowie der das Album perfekt umschreibende Opener „Stride“.

Punkte: 8.5 / 10


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