Hurensohn Holocaust Zero (2010) - ein Review von Monolith

Schwartz: Hurensohn Holocaust Zero - Cover
1
Review
2
Ratings
8.00
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Rap/Hip Hop


Monolith Avatar
15.05.2016 12:02

Album Nr. 3 und das erste Album, das Schwartz ab 18 freigibt. Hier haben wir es wieder mit makabrem, wenn auch enorm ausgelutschtem Humor des Metalrappers zu tun. Metalrapper kann man hier teils sogar wörtlich nehmen, denn Schwartz benutzt hier neben normalen Rapbeats auch zu Samples umgeformte Riffs von S.O.D. und co. Dabei kann der Herr auch die ein oder andere Anspielung an gewisse Leute meiner Lieblingsszene nicht lassen wie "vor meiner Stimme hat selbst Chris Barnes Angst". Apropos: Die Geschichte auf "Wie ein Schlag ins Gesicht" ist inspiriert von dem ersten Cannibal Corpsesong "Shredded Humans" auf deren Debüt "Eaten Back to Life".

HHZ gibt uns den wohl besten zweispurigen Einblick in Schwartz' musikalische Vorlieben, in einem nicht ganz so alten Interview hat er selbst davon erzählt, wie er mit Bands wie Obituary und Morbid Angel und später sogar Zeug aus der Grindrichtung aufgewachsen ist. Das alles lässt er hier mehr oder minder gut in die Texte mit einfließen, weshalb sich der Rapper wohl für einen Verkauf erst ab 18 Jahren ausgesprochen hat.

Auf dem Track "Leichenteile" bricht mit 27 Gastrappern die Hölle auf Erden aus, auch wenn ein Großteil der dort präsentierten Gastparts qualitativ nicht auf Augenhöhe sind. Aber Laune macht der Track allemal. Noch amüsanter wird es hinterher, wenn Schwartz auf "Aus der Art geschlagen" seiner rationalen Misanthropie den freien Lauf lässt und sich einfach mal über alles aufregt. Ja, in Zeiten, in denen Leute wie Serdar Somuncu für ihre "Gesellschaftskritik" gefeiert werden und hinter jeder Beleidigung eine tiefsinnige satirische Bedeutung verstanden wird, haben Banausen wie Schwartz natürlich Konjunktur. Schwartz teilt hier gegen alles was aus, gegen Liberale, gegen Grüne, gegen Moralaposteln und so weiter und so fort. Tja, wenn man sonst nix zu melden hat...

Die "Verfolgung des Hirntot-Mobils" bringt hingegen wieder etwas Licht in's Schwartze. "Achtung, achtung, der Täter ist ein Musiker und sehr gefährlich!" Hintergrund ist die ewig alte Leier des SEK-Einsatzes in den Wohnungen der Hirntoten, als ob damals "Im Fadenkreuz" nicht dafür gereicht hätte. Aber hier und da kann man eine Zeile schon mal akzeptieren, das war's auch.

Punkte: 7 / 10


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