De Zwaarte Van Het Doorstane (2010) - ein Review von Dr. Best

Akelei: De Zwaarte Van Het Doorstane - Cover
1
Review
3
Ratings
8.67
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Doom Metal, Melodic Metal


Dr. Best Avatar
25.03.2012 13:01

Des Nachts, wenn die Welt ausserhalb meines Fensters langsam zum Erliegen kommt, die Lichter verblassen und auch bei mir das Zimmer nur noch goldgelb von meiner Nachttischlampe erhellt wird und die Stille der Ruhe sich ausbreitet kann man ihn schon hören, den eisigen Wind des nahenden Winters. Pfeifend drückt er sich durch die Ritzen in den schlecht isolierten Fenstern und ich bin froh eine wärmende Decke zwischen mir und der unwirtlichen Kälte des Raumes ziehen zu können. Während sich langsam wohlig die Wärme des Tees in Händen und Bauch unter der Decke ausbreitet schleicht sich langsam ein Gefühl zwischen Wehmut und Geborgenheit, Wärme und Sehnsucht, einsamer Stille und innerer Ruhe heran und füllt mich angenehm aus.

Ich denke, genau diese Gefühle kennt jeder zu genüge, und eben dieses beschleichen mich mehr als nur einmal beim Hören des 2010 erschienen Albums "De Zwaarte Van Het Doorstane" sowie der leider nur online erschienenen Single "Dwaalur" der Holländer AKELEI. Beides sind für mich die absolute Entdeckung des ausgehenden Jahres 2011 und laufen schon seit Anfang November täglich, wird hier doch perfekter Herbst-/Winter-Doom mit drei Gitarren zelebriert. Als erstes fallen die tollen Gesangsarrangements auf, vor allem beim Anfang von Dwaalur mit seinem choralen Beginn eindrucksvoll nachzuhören. Und auch dass AKELEI niederländische Texte verwenden macht einen Teil ihrer Magie für mich aus, klingt doch alles greifbar nahe, und doch nebulös (tolles Wort ) da man nix versteht, was dank der tollen Musik aber auch kaum nötig ist. Aber auch die superben ineinander verwebten Gitarren dürfen nicht unerwähnt bleiben. In jedem Lied teilt sich mindestens eine Clean-Gitarre das Fundament mit warmen, transparent produzierten Gitarrenwänden und schafft so eine einmalige Atmosphäre, die mich am ehesten an Bands wie Funeral erinnert. Nicht umsonst beschreibt sich die Band als "Atmospheric Doom", was zwar wieder mal eine unnötige Schublade aufreist, aber eigentlich auch passt und zusammen mit den rotgelb gehaltenen Covern eine wunderbar heimelige Stimmung ergibt.

Auch wenn es vielleicht mehr als einen oder zwei Durchläufe benötigt, die über 10 Minuten langen Kompositionen zu erfassen, wird man am ende von einer Vielzahl mitreißender Melodien überrascht werden. Einzig den Gesang könnte man als Schwachpunkt sehen, doch für mich passt der (gewollt?) in den Hintergrund gemischte, eher ferne Gesang prima zum Rest, entsteht doch der Eindruck, vom Nebel umspült eine Stimme zu vernehmen, deren Distanz man nicht einschätzen kann.

Wer etwas mit Warning, Funeral, 3rd & the Mortal oder gerade auch Unsilence und ähnlichen Bands anfangen kann: auf der Seite der Band kann man sich das 2008er Demo, die Single sowie das erste Album komplett und kostenlos herunterladen. Es lohnt sich garantiert!

Punkte: 9 / 10


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