Panzerfaust Justice (2010) - ein Review von Schlaf

Zerstörer: Panzerfaust Justice - Cover
1
Review
2
Ratings
5.50
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Thrash Metal, Death Metal, Black Metal


09.09.2011 13:16

--> http://www.schwermetall.ch/cdkritiken/kritik3796.php

Seit der von der Presse recht positiv aufgenommenen "Declaration Of War" meiner Nachbarn aus Detmold ist nun ein gutes Jahr vergangen. Nun liegt mir bereits der Nachfolger vor. "Panzerfaust Justice" lässt das Trio Zerstörer nunmehr walten und geht dabei unter anderem mit ihrem ".01 kt Bringer Of Pain" gegen alles und jeden vor.

Genug der wort(spar)witzigen Anglizismen-Jonglage. Wenn man diese Scheibe rezensieren will, muss man dabei scheinbar ebenso ans Eingemachte gehen wie die Detmolder es bei ihrem musikalischen Schaffen tun. Vokalist Nekroschwanz beschallt die Hörerohren wieder mit seiner unverkennbaren Stimme, die daherkommt wie ein räudiger Stimmbandmittelwert von Bolt Thrower, Aaskereia und Deströyer 666. Die Gitarrenriffs sind übers ganze Album verteilt sehr viel thrashiger als auf den Vorgängern. Gern lässt man sie vorantreiben durch das rasante und sehr Snare-lastige Schlagzeugspiel des neuen Drummers Barrage Beast, der mit diesem Album nun seinen Platz als festes Mitglied im ostwestfälischen Brutalitätskommando gefunden hat. Leider ist sein Instrumentarium viel zu leise. Die Base lässt sich manchmal nur erahnen und hämmert ihre Nägel alles andere als basslastig ins Parkett, die Snare verwischt bei sehr schnellen aufeinanderfolgenden Anschlägen zu einem unschönen Brei. Das war auf "Declaration Of War" besser!

Einen stringenten Faden betreffend Tempo gibt es auf "Panzerfaust Justice" nicht wirklich. Die Herren starten ihre Songs gern im Mid-Tempo, um im Verlauf dann die Geschwindigkeit hochzuschrauben.
Was hebt Zerstörer nun ab von anderen Emporkömmlingen in der weitläufigen Schwarzstahl-Szenerie? Zerstörer frickeln nicht an nervigen, paganmetallischen Melodien herum, verlieren sich inhaltlich nicht in blumiger Lyrik und versuchen sich nicht an der innovativen Benutzung diverser exotischer Instrumente. Das klingt traditionell.

Und genauso ist es auch. Zerstörer liefern uns mal wieder ein scharfkantiges, hartes Rundstück mit neun brutal aggressiven Hasswerken. Zwar wirkt die vorliegende Scheibe auf mich wesentlich gezügelter was die Auslebung von Wut und Zorn betrifft, als die zwei vorangegangenen Alben, trotzdem kommt hier jeder auf seine Kosten, der den Feierabend mit ein paar skandinavischen Frostriffs und groovigem Geknüppel abrunden möchte.

Punkte: 7 / 10


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