Blutnebel Seelenasche (2010) - ein Review von walzenstein

Blutnebel: Seelenasche - Cover
1
Review
1
Rating
4.00
∅-Bew.
Typ: Album
Genre(s): Metal Black Metal


walzenstein Avatar
04.04.2018 15:07

Bewaldete Berge, eingehüllt in blutrotem Nebel. So effektvoll das Coverartwork daherkommt, ich kann mir ein Schmunzeln nicht verkneifen. In Runen steht der Bandname geschrieben: BLUTNEBEL. Kommt es mir nur so vor, oder werden die Namen der neueren Black Metal-Combos immer bekloppter? BLUTNEBEL, KRIEGERREICH, PESTNEBEL, FROSTSEELE … naja, vielleicht ist die Musik ja besser.
Aber bevor ich die CD einlege, werfe ich einen Blick auf die Songtitel. “Christenmord”, “Der Tod sei euer Lohn”, “Krieger des Nordens”. “Wintertroll”. Okay, BLUTNEBEL scheinen sich mit den nordischen Kriegern auseinanderzusetzen. Die Texte liegen mir leider nicht vor, aber bei dem, was ich verstehe, musste ich auch schon wieder schmunzeln. Ein Blick ins Booklet und ich sehe ein Farbfoto von fünf Menschen mit Corpsepaint. BLUTNEBEL bedient sich also allerlei Klischees. Doch zur Musik der Sachsen.

Sehr melodischer Black Metal ist angesagt, der auch Elemente des Pagan Metal beherbergt. Zumeist im Midtempo gehalten, und das ist das Problem bei “Seelenasche”, denn es fehlt die nötige Abwechslung. Klar, ab und zu treten BLUTNEBEL auch mal auf das Gaspedal, aber das passiert zu selten und so wirkt das Album sehr zähflüssig. Die Vocals erinnern etwas an M.Roth von EISREGEN.
Die Leads dominieren auf dem Album und sorgen so für viel Melodie, aber auch für ein Strapazieren der Nerven.
So richtig sticht kein Song wirklich positiv heraus. Alles ist eher Durchschnitt. Doch wenn man sich etwas näher mit einzelnen Tracks befasst, bemerkt man, dass BLUTNEBEL auch heutzutage aktuelle Themen aufnehmen. Wer z.B. bei “Christenmord” einen klischeehaften Text vermutet, liegt falsch. Bei dem Song geht es um den Missbrauch von Kindern. Also doch sehr aktuell.
Ansonsten kann ich nur “Ruf der Runen”, das ein sehr atmosphärisches Instrumental ist und “Geheimnis des Stahls”, das auch mal von Geschwindigkeit lebt, hervorheben.

“Seelenasche” fehlt das nötige Etwas für ein wütendes Black Metal-Album. Die Songs klingen allesamt zu harmlos und wirklich gute Ideen sind Mangelware.
Die Band existiert erst seit zwei Jahren und ist somit noch sehr jung. Und dafür ist es ein Debüt, das über den Durchschnitt zwar nicht hinwegkommt, aber doch das Potential der Band zeigt. Und ich bin mir sicher, dass ein zweites Album der Band schon besser werden wird. “Seelenasche” ist jedenfalls noch nicht böse genug.

Punkte: 4 / 10