Ultima Thule (2010) - ein Review von quellecair

Vindex: Ultima Thule - Cover
1
Review
1
Rating
10.00
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal
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quellecair Avatar
11.07.2014 21:12

Es ist schon unglaublich, wieviel Klasse sich im Metal-Underground befindet. Und wenn man diese Scheibe hört, dann ist es schon fast sträflich, dass dieses Album höchstens unter Insidern Kultstatus geniesst. Dabei hätten diese sympathischen Slovaken ein weitaus breiteres Publikum verdient, denn ihr Sound lässt sich nicht nur hören, sondern ist auch professionell gespielt. Aber alles der Reihe nach.

Im Jahre 2000 von Ronnie König gegründet, spielen Vindex 2003 ihr erstes Demo ein, bevor sie dann zwei Jahre später ihr Debüt "Power Forge" und ein Jahr danach das Nachfolgewerk "No Middle Ground" veröffentlichen. Produktionstechnisch zwar dem Budget entsprechend deutlich unter dem gewohnten Durchschnitt, bieten die beiden Scheiben aber vom Songwriting her durchaus interessante, wenn nicht sogar erstklassige Ansätze.

Für "Ultima Thule" hat man sich eine Pause von knapp vier Jahren gegönnt und schmettert mit einer deutlich verbesserten Produktion ein Werk in die Szene, welches vor allem dem Metaller der alten Schule eine wahre Freude bereiten könnte. Unüberhörbare Einflüsse von Accept, Grave Digger, aber auch Metallica der ersten Stunde oder Manowar stehen zwar Pate, machen aber "Ultima Thule" nicht zum simplen Plagiat, vielmehr zu einem eigenständigen Werk, das von Spielfreude nur so strotzt.

So erinnert Sänger Ludek Struhar durchaus an Udo Dirkschneider oder Chris Boltendahl, weiss aber sein Organ gekonnt einzusetzen und limitiert sich nicht nur auf die rauhen Töne und knöpft somit den beiden Herren den Preis der Vielseitigkeit ab. Überhaupt sind hier wahre Profis am Werk: Ronnie König ist nicht nur der Kopf der Band, sondern beherrscht sein Instrument (Bass) auf höchstem Niveau, während das Gitarrenduo Ado Kalaber und Filip Kolus Riffs aus dem Ärmel schütteln, als wäre es das Einfachste auf der Welt. Der Rhythmusteppich sitzt und das Keyboard wird von Jan Tupy zwar dezent, aber atmosphärisch perfekt eingesetzt.

Nun könnte man einwenden, dass mit einer guten Produktion viel erreicht werden kann. Doch wer die Herren einmal - wie ich - live erlebt hat, der wird mit offenem Mund dastehen und sich vor hervorragenden und professionellen Musikern beugen müssen, die auf der Bühne einhalten, was sie auf der CD versprechen.

Wo kann man also "Ultima Thule" letztendlich einordnen? Klassischer Heavy Metal mit Thrash Elementen, welcher ohne Weiteres in die glorreiche Ära der 80er hinein gepasst hätte. Heute vielleicht eher aus der Mode geraten, überzeugen Vindex vielleicht gerade deshalb mit ihrem unbeirrten Festhalten an der alten Schule.

Wer also nicht einfach nur ein 80er Retrowerk sucht, sich aber wünscht, ein wirklich gelungenes, modernes Old School-Werk zu hören, dem sei "Ultima Thule" uneingeschränkt empfohlen! Testet mal "Forever Metalized", "Reptilization", "Denim & Leather" oder den Titeltrack an und ihr wisst, was ich meine.

Da diese Scheibe für mich nicht nur eine erfrischende Überraschung war, sondern immer wieder neu den Weg in den Player findet und es selbst nach dem x-ten Durchlauf noch unverbraucht klingt, kann ich nur eines vergeben - die Höchstnote.

Punkte: 10 / 10


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