2001 (1999) - ein Review von Dominic

Dr. Dre: 2001 - Cover
1
Review
18
Ratings
8.64
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Rap/Hip Hop


Dominic Avatar
28.03.2015 21:56

Ganze sieben Jahre sollte man damals auf Dre's Nachfolgewerk zum legendären 'The Chronic'-Album warten. In der Zwischenzeit gab es nur diverse Singles sowie einen mäßig guten Sampler mit Künstlern seines neu gegründeten Labels 'Aftermath Entertainment'. Die Entwicklung des US-Rap im Allgemeinen überschlug sich während der 90er Jahre förmlich, Eastcoast und Westcoast bekriegten sich und die Hip Hop-Landkarte erweiterte sich ständig um neue innovative Akteure. Natürlich hat auch 'The Chronic' 1992 mit seinem G-Funk-Sound den Hip Hop revolutioniert und brachte neue Größen wie Snoop Dogg, Warren G, Nate Dogg, The D.O.C. und andere ganz weit nach oben. Nach seiner Zeit bei N.W.A. etablierte sich Dr. Dre damals endgültig als erstklassiger Produzent.

'2001' wurde von der Szene und von Kritikern ebenso gefeiert wie sein Debüt. Mit seiner damals neuesten Entdeckung Eminem wurde wieder mal ein neuer Superstar geboren und das Album wurde großzügig mit Snoop Dogg und Ice Cube betourt. Von der 'Up In Smoke'-Tour gibt's auch eine DVD, die ich ebenfalls jedem Rap-Fan (insbesondere den Westcoast-Fans) ans Herz legen möchte.

Was dieses Album ausmacht sind sicher nicht seine Inhalte, da sich die Lyrics nicht von den herkömmlichen Gangsta-Themen wegbewegen. Im Vordergrund stehen die Beats, die alle vom Dr. produziert und gemixt wurden. Der schleppende, harte G-Funk-Sound blieb erhalten, jedoch wurde dieser mit fulminanten Pianos und Synthesizer-Klängen verfeinert. Es gibt typische Gangsta Rap-Tracks, die man eher als Hardcore Hip Hop bezeichnen kann, aber auch ruhigere, chillige Tracks. Zudem bietet '2001' jede Menge Gaststars, was das Ganze mehr zu einem Posse-Album macht; nur auf einem einzigen Track ('The Watcher') ist Dr. Dre einziger Interpret. Zu den prominenten Gästen gehören natürlich Eminem und Snoop Dogg, dazu auch Xzibit, Nate Dogg (Gott habe ihn selig), Kurupt und Mary J. Blige. Warum ein eher unbekannter Rapper wie Hittman so viel Raum einnehmen durfte, ist mir unklar (er wirkt bei ganzen 8 Tracks mit). Es schadet dem Album aber nicht, da sich Dr. Dre selbst ohnehin zurückhält.

Beattechnisch ist das Album so gut, dass man es auch gleich als Instrumentalversion veröffentlichte ('2001 - Instrumentals Only'). Selbst die Skits sind unterhaltsam. Wer also die etwas flachen Lyrics außer Acht lässt, darf ein Hip Hop-Album allergrößter Qualität erleben! Ich bin gespannt, ob das lange versprochene dritte Album noch folgen wird. Nötig ist es aber nicht. 2 Alben, 2 Bomben.

Abzüge gibt’s lediglich aufgrund der Texte, die ein bisschen vielfältiger hätten sein können.

Highlights:
So gut wie alle, aber insbesondere...

- 'The Watcher'
- 'Still D.R.E.'
- 'What's The Difference'
- 'Forgot About Dre'
- 'The Next Episode'
- 'The Message'

Punkte: 9 / 10


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