Semargl Ordo Bellictum Satanas (2010) - ein Review von walzenstein

Semargl: Ordo Bellictum Satanas - Cover
1
Review
1
Rating
6.50
∅-Bew.
Typ: Album
Genre(s): Metal


walzenstein Avatar
06.04.2018 08:41

SEMARGL aus der Ukraine. Jetzt wird es wild. Satanischer Black Metal ist angesagt. Also CD rein in den Player. Ähm … das sollen SEMARGL sein? Purer Black Metal ade!! Und doch wippe ich von Beginn an mit den Füßen mit. Was ist passiert?
Da dümpeln SEMARGL seit 1997 mit mittlerweile drei Alben unerkannt in der Black Metal-Welt umher, um irgendwie sang- und klanglos unterzugehen und nun hauen sie mit “Ordo Bellictum Satanas” ein sehr überraschendes Album auf den Markt.

Gleich beim ersten Ton fühlt man sich an neue SATYRICON erinnert. Dieses Groovende, Rockige … da fühlen sich die Ukrainer stark an die Norweger angelehnt. Liegt es daran, dass sie mit Tom V. Nilsen alias Fordervelse (ex-KOLDBRANN) einen Nordmann in ihren Reihen haben? Wohl nicht, denn er ist erst nach den Aufnahmen zu SEMARGL gestoßen.
Naja, ich will hier SEMARGL nicht mit SATYRICON vergleichen, denn an Satyr und Frost kommt das ukrainische Vierergespann dann doch nicht ran. Und außerdem überschreiten SEMARGL doch eindeutig die Grenzen des Schwarzmetalls. Thrash und Power Metal werden hier vereint und mit schwarzen Elementen gespickt. Aber auch vor Industrial meets Pop machen die Ukrainer nicht Halt. “Credo Revolution” z.B. ist ein charttauglicher Ohrwurm, mit gequältem poppigen Frauengesang im Refrain. Ungewöhnlich, aber wirklich cool. “Credo Total Krieg” beginnt mit einem typischen “Eins, Zwei, Drrrrrei” und entwickelt sich zu einem mitreißenden Song, mit untypischen Schlagzeugspielereien. “Credo Flaming Rain” hingegen ist dann ein purer Gothic Metal-Track, der von einer großartigen Sängerin präsentiert wird.

Sehr mutig, was SEMARGL hier fabriziert haben. Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt! Und so heben sich die Ukrainer doch positiv vom musikalischen Ursprung ab und überraschen mit coolen Ideen und perfektem Sound. Ein interessantes Album, das aber in einem Ganzen nicht wirklich überzeugt. Klar, es macht Spaß und die Ideen sind wirklich toll, aber manchmal verlieren sich die einzelnen Songs in Thrash-Riffs, die nach Mittelmaß klingen. Wenn sie sich da noch mehr Zeit genommen hätten, um einige Tracks mehr auszuklügeln, dann wären garantiert mehr Punkte drin gewesen. Und darum bin ich gespannt, wie es jetzt mit Mr. Fordervelse weiterläuft und was uns SEMARGL auf ihrem nächsten Silberling präsentieren. Schlechtes erwarte ich nämlich nicht!

Punkte: 6.5 / 10