Borknagar Universal (2010) - ein Review von Mosa93

Borknagar: Universal - Cover
1
Review
14
Ratings
7.71
∅-Bew.
Typ: Album
Genre(s): Metal Black Metal


11.03.2010 19:45

--> http://www.rottinghill.at/infusions/review_panel/review.php?&reviewid=307

Etwa dreieinhalb Jahre hat es gedauert, bis die Norweger "Borknagar" ihr achtes Studioalbum auf den Markt geworfen haben. In diesen Jahren hat sich einiges getan. David Kinkade (u.a. Ex-"Malevolent Creation") hat Drummer Asgeir Mickelson ersetzt, Gitarrist Jens F. Ryland kam 2007 zur Band zurück und die Band hat ihren Stil erneut über den Haufen geworfen.

Das Vorgängeralbum zu "Universal", "Origin", war ein reines Akustikalbum. Viele Fans werden sich daher freuen, dass die Band wieder zu ihrem vorherigen Stil zurückgefunden hat, auch wenn dieser die Musik schwer zugänglich macht, da er unglaublich komplex ist. Ich denke, dass es die ebenso komplexe Bezeichnung von Progressive Viking Black Metal relativ genau auf den Punkt bringt und die musikalischen Ergüsse der sechs Herren dieses Albums richtig zusammenfasst. Ich kenne zwar die älteren Alben nicht, ich habe mir jedoch sagen lassen, dass der Black Metal-Faktor der alten Tage der Truppe wieder mehr in der Musik zu hören ist. Dennoch bekommt Herr Vintersorgs Organ wieder genug Spielraum, sodass auch viel Klargesang vorkommt. Ein guter Vergleich zu seinem Klargesang ist der ehemalige Sänger und Bassist ICS Vortex (Ex-"Dimmu Borgir", Ex-"Arcturus"), welcher auch eine Rolle als Gastsänger beim letzten Stück "My Domain" bekommen hat. Gesanglich treffen also der genannte Klargesang mit Black Metal-typischem Gekeife, welches Ähnlichkeiten zum Gesang von Satyr ("Satyricon") in den Mitt-90ern aufweist, aufeinander.

Musikalisch ist die Band sehr schwer zu beschreiben. "Watershed", das momentan neueste "Opeth"-Album auf Black Metal, so könnte man es nennen. Der Progressivitätsfaktor ist sehr hoch: ruhige Passagen mit dezenten Keyboard- und Klargitarren-Einsätzen treffen auf schnelle/re; böses Geschrei trifft auf angenehmen Klargesang und eingängige Melodien und Strukturen treffen auf extrem komplexe und verschachtelte. Wer "Watershed" kennt, dürfte sehen, dass die Beschreibung auch darauf zutrifft.

An den Instrumenten sind die Bergener echte Meister. Für das instrumentelle wurden E-, Akustik-, Bass- und High String-Gitarren, die Drums, eine Orgel, ein Klavier und Keyboards verwendet, und alle wurden höchst professionell eingespielt und an den richtigen Momenten in den Songs platziert. Instrumentell nervt nur manchmal das Keyboard etwas, wie z.B. bei "For A Thousand Years To Come" oder "Fleshflower". Ansonsten gibt's nichts zu meckern. David Kinkade ist wirklich ein Meister am Schlagzeug. Überzeugen könnt ihr euch an seinen Videos auf seinem YouTube-Channel (www.youtube.com/user/DRUMMERDAVEKINKADE). Auch die Gitarristen Øystein Garnes Brun und Jens F. Ryland und der Bassist Tyr (aka Jan Erik Torgersen) haben verdammt gute Arbeit geleistet. Für die restlichen Instrumente war Lazare (aka Lars Nedland) zuständig. An seiner Arbeit stört mich einzig und allein das Keyboard, da es manchmal ziemlich nervt und gewisse Passagen weniger hörenswert macht, auch wenn sie ohne Keyboard-Einsätze hervorragend wären.

Trotz dieser wenigen Kritikpunkte ist "Universal" wirklich ein sehr starkes Album, mit dem jeder "Borknagar"-Fan mehr als zufrieden sein dürfte. Auch Fans von "Opeth" oder "Arcturus" sollten auf jeden Fall mindestens ein Ohr riskieren. Freunde von progressivem Black Metal mit Einflüssen aus den Genres von Viking und Folk Metal werden mit dem neuen Output definitiv ihre Freude haben.

Auch wenn das Review vielleicht wie ein großes Loblied klingt, gebe ich "nur" acht Punkte, da, wie bereits mehrfach erwähnt, die Keyboards doch an manchen Stellen ziemlich nerven können.

Als Anspieltipps möchte ich den Opener "Havoc", "Fleshflower" und den Abschlusssong "My Domain" nennen, wobei wirklich alle Songs hörenswert sind. Letzterer gefällt mir dank dem Gesang von ICS Vortex besonders gut. Sein Organ klingt in meinen Ohren generell besser als jenes von Vintersorg, obwohl dieser auch ein sehr talentierter und überaus guter Vokalist ist.

Punkte: 8 / 10


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Tracklist:

  1. Havoc
  2. Reason
  3. The stir of seasons
  4. For a thousand years to come
  5. Abrasion tide
  6. Fleshflower
  7. Worldwide
  8. My domain