The Secret Place (1995) - ein Review von Shyclad

Attack: Secret Place, The - Cover
1
Review
5
Ratings
8.50
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Heavy Metal, Power Metal


Shyclad Avatar
02.09.2011 18:37

1995 - zu dieser Zeit war der traditionelle Heavy/Power Metal kommerziell gesehen wirklich mausetot und auch die großen Metalmagazine wollten damit anscheinend nichts mehr zu tun haben. Umso mehr habe ich mich damals über jede der wenigen Bands gefreut, die eben noch dieser Musik gefrönt haben (heute ist das dagegen ja fast schon wieder ein Trend) - und umso überraschter war ich, als ich las, dass ATTACK bereits seit 1984 regelmäßig Alben veröffentlichten (das Debüt war allerdings noch nicht allzu "metallisch") und dennoch in den 5 Jahren, die ich damals bereits Metal gehört hatte, komplett an mir vorbeigegangen waren, was sicher - neben der weitgehenden Presse-Ignoranz - auch an den Underground-Labels und dem nicht allzu umfassenden Vertrieb der Scheiben lag.
Dennoch wurde ich Mitte der 90er also endlich aufmerksam auf diese sympathische Band und kaufte mir innerhalb kürzester Zeit auch alle Alben, da ich einfach nach neuem (aber nicht modernem) Metal gierte.

"Return Of The Evil" (1985) klang über weite Strecken noch sehr nach Maiden zur "Powerslave"-Phase, mit den beiden Alben danach ("Destinies Of War" + "Seven Years In The Past") ging es neben immer noch vorhandenen Maiden-Einflüssen auch öfter mal etwas stärker in Richtung Helloween (irgendwo zwischen der Früh- und der "Keeper"-Phase).
Zu "The Secret Place" sei bemerkt, dass es etwas zeitgemäßer, "fetter" produziert ist als seine Vorgänger und dennoch eingängigen (aber nicht zu simplen oder gar "stumpfen") Metal in der Tradition der 80er enthält. Hervorstechend sind auf der Scheibe eine unbändige Spielfreude, der gelegentliche und nie unpassende Einsatz von eigentlich Metal-untypischen Instrumenten wie Flöte und Cello (in reinrassigen Metal-Songs - kein Folk Metal!) und der leider eher solide, manchmal fast unfreiwillig komische Gesang von Ricky Van Helden, der hier aber immerhin neben dem Bass auch die Akustikgitarren, Keyboards, Flöten und Celli eingespielt hat - Respekt dafür!
Trotz der aufgezählten Instrumente ist die Musik aber dennoch absolut frei von Bombast und sicher eher etwas für Fans von Maiden, Pharaoh oder alten Helloween als für Nightwish-, Sabaton- oder Rhapsody-Jünger. Von der Power- oder Halbballade bis zum Speedkracher ist hier die ganze Bandbreite des traditionellen Metals vertreten.
Heutzutage würde ich hier allerdings wohl (vor allem aufgrund des Gesangs) eher von einem soliden Album sprechen, aber zum Zeitpunkt des Erscheinens war es eine Rarität und Offenbarung für jeden 80er-affinen Heavy/Power Metal Fan!

Darum - und für den gelungenen (und damals in dieser musikalischen Sparte sehr außergewöhnlichen) Einsatz zusätzlicher Instrumente - gibt's nen dicken Sympathiepunkt!


Leider blieb dies das bis heute letzte Lebenszeichen dieser idealistischen Band (die somit nicht vom Retro-Heavy-Metal-Boom ab ca. 1997 profitieren konnte), obwohl bereits ein gutes Jahr später ein neues Album angekündigt (und auch schon aufgenommen!) wurde...

Punkte: 8.5 / 10


Friedman & Liebezeit: Secret Rhythms 5

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Tracklist:

  1. 240-11
  2. 125-05
  3. 130-11
  4. 105-14
  5. 105-09
  6. 124-09
  7. 120-12
  8. 130-09
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