Perverse Dependence Gruesome Forms Of Distorted Libido (2009) - ein Review von walzenstein

Perverse Dependence: Gruesome Forms Of Distorted Libido - Cover
1
Review
2
Ratings
4.75
∅-Bew.
Typ: Album
Genre(s): Metal Death Metal, Grindcore


walzenstein Avatar
06.04.2018 07:26

Die Nachrichten. “Archangelsk: Vier offenbar psychisch gestörte Bewohner des hiesigen Problemviertels Lomonossowski Okrug und Arbeiter im Archangelsker Kraftwerk haben den Musikladen in der Uliza Breshnew überfallen und diverse Musikinstrumente gestohlen. Unter Androhung von Waffengewalt haben sie anschließend in der benachbarten Videothek mehrere Hardcore-Pornovideos sowie sämtliche Wodkareserven des Ladens gefordert. Mit der Beute flüchteten sie in einen ehemaligen Luftschutzbunker und kommunizieren mit der Außenwelt lediglich via Compact-Discs. Es handelt sich hier um die Archangelsker Viktor, Slava, Dima und Sasha, die eine radikale Gruppierung namens PERVERSE DEPENDENCE gegründet haben. Ziele dieser Organisation sind bisher unbekannt geblieben!”

“Gruesome Forms Of Distorted Lipido” ist ein Album, bei dem anstatt gut 22 Minuten auch ruhig fünf Minuten Spielzeit gereicht hätte. Kennt Ihr das, wenn ein Hiphopper, Eure Eltern oder wer auch immer sagt: “Das was da aus deinem Player kommt…, das hört sich doch alles gleich an. Slayer, Voivod, Napalm Death … alles klingt gleich. Alles ist Krach!”? Mich ärgert so was meistens. Bei PERVERSE DEPENDENCE ist das aber Programm und ich würde zustimmen. Hier gleicht ein Track dem anderen. Geblaste wird ab und an von (seltenen) schleppenden Parts unterbrochen, die Vocals sind auf Porngrindniveau heruntergeschraubt und das Riffing wird durch dilettante Spielereien, das an Gefrickel erinnern soll, nicht gerade aufgelockert. Dazwischen ein paar Samples, die ja so grausam und pervers klingen, dass man sich überlegen sollte, zum Pfarrer seines Vertrauens zu gehen, um zu beichten und sich von den Sünden reinwaschen zu lassen.
Nee, beim besten Willen … PERVERSE DEPENDENCE ist eine Band, die es lieber sein lassen sollte, zu versuchen Musik zu erzeugen. Hier stimmt rein gar nichts. Die Breaks sind so unpassend eingesetzt und dazu noch dermaßen schlecht umgesetzt, dass ein paar Zulus, denen man solche Instrumente zum ersten Mal in die Hand drückt, auf jeden Fall mehr Taktgefühl hätten und das besser meistern würden.
Rumpelgrind unterster Schublade mit einem so beschissenen textlichen Konzept, dass einem die Fußnägel hochrollen. Gerade im Ostblock sollte man doch von der Gewalt und von Missbrauch an Frauen die Schnauze voll haben. Mich kotzt die Scheibe an. Musikalisch sowie textlich.

Punkte: 0.5 / 10