Joululevy (2009) - ein Review von vegetariancannibal

Ajattara: Joululevy - Cover
1
Review
2
Ratings
8.00
∅-Bewertung
Typ: Compilation/Best-Of
Genre(s): Metal Death Metal, Black Metal, Doom Metal


vegetariancannibal Avatar
21.12.2012 20:21

Für alle, die noch ein Weihnachtsalbum brauchen, dass nach allem klingt, nur nicht eine Spur nach Weihnachten-was will man auch erwarten von einer Band, die sich selbst als "Depraved Black Metal" bezeichnet-ist dieses hier vielleicht einen Kauf wert. Und wahrscheinlich auch das einzige, was auch jemand, der Weihnachtslieder eigentlich hasst, mögen würde. Vielleicht liegt es teils daran, dass ich die Originale der finnischen Weihnachtslieder nicht kenne, und die Texte (allesamt in finnischer Sprache) nicht verstehe - für mich könnte das auch einfach so ein Metalalbum sein. Bekanntes wie "Jingle Bells" findest du hier nicht, stattdessen einen traditionell finnischen Weihnachtssong namens "Hei tonttu ukot", und etliche Songs, die von der Band und allen vorran Sänger Pasi Koskinen alias Ruoja selbst geschrieben wurden. Für das A-Capella-Stück "Joulupukki puree ja lyö" brauchst du entweder einen Hang zum Wahnsinn oder aber starke Nerven, während der Rest eine Mischung aus melodischem Black, Death und Doom Metal darstellt. Gerade die Doom-Einflüsse sind in vielen Songs mit tiefem, harten Bass und schleppender Melodie deutlich herauszuhören, während der Gesang niemals klar ist, sondern eher hart und räudig, ohne dass Growls dabei sind, bei denen man die Worte nicht mehr versteht. Würde rein gesanglich auch zu der ein- oder anderen Hardcore-Combo passen, nur damit ihr wisst, wohin der schwarze Schlitten hier läuft. Ein bisschen bis sehr nervig fand ich in manchen Songs die Keyboards-dieses Gequietsche wie z.B. am Anfang und im Hintergrund vom Song "Teuras" finde ich nur dann besonders toll, wenn es mal kurz aufhört. Wenigstens halten sich die Keyboard-Passagen auch für meinen Geschmack in so eben noch erträglichen Grenzen. Das hier ist ja dem Gehörnten sei dank nicht Nightwish. Vielleicht ist es aber auch nur drin, um daran zu erinnern, dass man sich keinen Gefallen damit tut, wenn man seinen Kindern zu Weihnachten ein solches Instrument schenkt. Von daher, kein Punktabzug von mir, denn diese Platte ist ohnehin nicht ernst, auch wenn sie überwiegend und nur von wenigen experimentellen Passagen mit Humor unterbrochen, so klingt. Was ich mit den Bildern im Innencover, die man bei musik-sammler gütigerweise ja nicht sehen kann, anfangen soll, weiß ich auch nicht so recht-wenn hier jemand den Award für die schlechtesten Weihnachtszeichnungen aller Zeiten abräumen wollte, dann herzlichen Glückwunsch. Das sage nochmal einer, Cannibal Corpse würden fiese Cover machen-schaut euch das mal an, dann wißt ihr Bescheid. Da kommt kein Zombie mehr mit.
Fazit: Wenn eure Schwiegereltern zu den Festtagen vorbeikommen, und darauf bestehen, dass ihr ein Weihnachtsalbum auflegt, dann wäre zu Ajattara's "Joululevy" anzuraten. Immerhin kann man euch dann nicht vorwerfen, dem Wunsch nicht nachgekommen zu sein, und ihr hört trotzdem irgendwie nichts anderes, wie sonst jeden Tag auch, wenn ihr denn diese Art von Metal mögt.
Ja, ich weiß, Anspieltipp...ok: https://www.youtube.com/watch?v=c9D3VSrLLuc&list=PL3F24B0300FEF443E&index=39 (der findige youtube-Experte weiß sicher etwas damit anzufangen oder hört eben woanders rein ;) )

Punkte: 8 / 10


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