Geoff Tate (2002) - ein Review von Rock'n'Roll Gipsy

Geoff Tate: Geoff Tate - Cover
2
Reviews
7
Ratings
6.36
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Rock Hardrock


Rock'n'Roll Gipsy Avatar
26.09.2013 13:11

Mein erster Gedanke war derselbe wie damals, als ich mit 18 meine erste Queensryche-Scheibe gekauft hatte: „Was zur Hölle ist das denn?!“ Nur, dass es das dann war mit den Gemeinsamkeiten.
Wer hier also einen billigen Ryche-Abklatsch erwartet, wird enttäuscht werden. Ich hatte es geahnt und trotz aller Liebe ein bisschen vielleicht sogar gehofft, was eigentlich dafür spricht. Was ich allerdings erwartet hatte, war zumindest Rock. Tja, Fehlanzeige.
Auf einer etwas anderen Ebene erinnert mich das an Liv Kristine und dass ich auf diesen furchtbaren Vergleich komme, schockiert mich selbst. Denn was Tate hier vorlegt ist nichts anderes als eine – wenn auch ganz passable – Popscheibe. Dass er der bessere Musiker ist als besagte Dame (nicht, dass ich sie nicht mögen würde), steht ausser Frage. Er hat auch nicht die überdrehte Eierkuchen-Romantik einer Frau. Im Gegenteil. Die Songs sind allesamt eher ruhig, nachdenklich und teilweise auch etwas anspruchslos. Was mich stört und zu solchen Gedanken bringt, ist schlicht der gewaltige Stilbruch, den er begangen hat. Ausserdem ist die Scheibe gesanglich verhältnismässig ziemlich schwach, insbesondere wenn man weiss, dass der Meister das auch 10 Jahre später immer noch besser kann. Also warum macht er es nicht, frage ich mich. Warum hat er sich nicht mehr Mühe gegeben? Fehlt ihm tatsächlich die starke Band oder handelt es sich bloss um einen „schlechten Tag“ im übertragenen Sinne?
Wie auch immer. Fest steht, das Werk hat es, das Soloscheibensyndrom. Man erwartet mehr und findet etwas… Gewöhnungsbedürftiges. Wer sich gänzlich von der Vorbelastung durch Queensryche trennen kann, wird hier sicher gut bedient. Ich? Eigentlich könnte ich das, ja. Aber ich brauche Action und Drama. Beides fehlt. Nichtsdestoweniger fährt Tate aber auf der emotionalen Schiene, was sympathisch macht. So gibt es für mich nun z.B. diesen einen Song („Helpless“), der die 8 schlechten und ein Stück weit aufwiegt und die 2 mittelmässigen (sprich „In Other Words“ und „Every Move We Make“) nicht ganz so blass dastehen lässt. Meine Meinung.
Und warum verteile ich nun doch satte sechs Punkte? Nun, das hat seine Gründe: 1) Ich liebe diese Stimme. 2) Ich liebe die Texte. 3) Ich höre sie nun trotzdem dauernd, öfter als manch einen anderen Silberling dem ich mehr Punkte geben würde.

Punkte: 6 / 10


Geoff Tate: Tate,Geoff

Audio CD

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Tracklist:

  1. Flood
  2. Forever
  3. Helpless
  4. Touch
  5. Every move we make
  6. This moment
  7. In other words
  8. A passanger
  9. Off the TV
  10. Grain of faith
  11. Over me

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