Forever In Leather (2007) - ein Review von Sgt. Kuntz

Destructor: Forever In Leather - Cover
1
Review
4
Ratings
8.25
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Heavy Metal, Speed Metal, Thrash Metal


Sgt. Kuntz Avatar
14.04.2011 19:59

1986 haben sich vier Jungs aus Ohio auf ihrem Debütalbum “Maximum Destruction“ mit derart unbeschwert-powerndem Thrash Metal ausgetobt, dass es nur so staubte. Unter der weisen Aufsicht von Auburn-Chef Bill Peters traf wie selten zuvor jugendlich-stürmischer Tatendrang auf spielerische Klasse und ein Gespür für handfeste, packende Songs. Ein erster Schritt in Richtung Combeback erfolgte durch den Auftritt auf dem “Bang Your Head“ 2003 und die begleitende EP “Sonic Bullet“. Hier hat die Band wieder Blut geleckt und wollte es 2007 mit einem Nachfolgealbum wissen, ob man das einmalige Feeling von damals wieder heraufbeschwören könnte. Und das im Original-Line-Up, wobei Bassist Jamie Walker Nachfolger des in der Silvesternacht 1987/88 ermordeten Dave Iannicca wurde. “Forever in Leather“ erschien zunächst nur auf CD beim ebenfalls reaktivierten Auburn Records und nun werden also auch Vinylfans in Versuchung gebracht. Zum Glück, denn zwischendurch wurde das Album ja wieder von der Label-Homepage genommen, weil man sich nicht über ein geeignetes Cover einigen konnte. Letztlich blieb es bei dem Wunsch der Band, das gleiche Motiv wie bei der CD zu verwenden, was denke ich auch okay ist, trotz Ähnlichkeit zum EXCITER-Album (“same“, 1988).

Die meisten Thrasher werden “Forever In Leather“ also bereits im Schrank stehen haben, wurde das Comeback doch allseits sehr wohlwollend aufgenommen und durch positive Kritiken unterstützt. Und dem allgemeinen Lob kann ich mich nur anschließen, denn irgendwie haben die reformierten Thrasher einen sehr ansprechenden Mix hingelegt, einerseits aus Oldschool-Arschtritten und jeder Menge Reminiszenzen an das Debüt-Album, was am deutlichsten bei Tracks wie “Pounding Warriors“ auffällt. Anderseits lässt man bei “Precision Devastation” und “Doomed In Centuries In Ice“ gar eine düstere Atmosphäre aufkommen, wie man sie von der Band bisher noch nicht gewohnt war. Nicht das Einzige, was sich mit zunehmendem Alter und Lebenserfahrung geändert hat. Aber die beste Nachricht sicherlich für alle treuen Fans: Es sind wieder richtige Brecher an Bord, schon der Opener “Tear Down The Heavens“ kann tatsächlich mit altgedienten Bandklassikern wie “Pounding Evil“ oder “Overdose“ mithalten. Härtemäßig hat man auch keinerlei Rost angesetzt, das folgende, äußerst wüste “Skull Splitter“ und “World Of War“ (trotz melodischem Part nach dem Refrain) lassen da keine Zweifel aufkommen.

Natürlich bleibt das phänomenale “Maximum Destruction“ nicht erreichbar, aber mit aktuellen, jungen Thrash-Acts können DESTRUCTOR immer noch locker mithalten. Also beeilt euch mit der Bestellung, denn das Album ist fast schon wieder ausverkauft. Oder ihr hofft auf eine baldige Nachpressung.


Sgt. Kuntz

Punkte: 8.5 / 10


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