Balls Out (1979) - ein Review von kurare

Two Guns: Balls Out - Cover
1
Review
1
Rating
10.00
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Rock Southern Rock


kurare Avatar
25.07.2016 13:01

Nachdem wir voriges Jahr in der Heimat des Südstaatenrock Macon/Georgia waren und dort einen gewissen Paul Hornsby (Keyboards bei den "Allman Joys" & "Hour Glass", die Vorläufer der Allman Brothers Band, danach Producer und Musiker für z.B. The Marshall Tucker Band, Charlie Daniels Band, Wet Willie uva. bei Capricorn Records in Macon) in seinem Muscadine Studio besucht haben, dachte ich mir das ich anfange alles zu sammeln bei dem dieser überaus sympatische Mensch und toller Musiker als Produzent oder/und Musiker mitwirkte!!

Einiges habe ich nun schon und nun liegt seit heute Two Guns auf meinem Plattenteller, und es ist eine absolute Sternstunde des sogenannten Southernrock, der in der Zeit als diese Aufnahmen entstanden schon leicht auf dem absteigenden Ast war (um nicht zu sagen in den letzten Atemzügen lag).
Das man von Two Guns danach nichts mehr hörte lag allerdings wirklich nicht an den hervorragenden Musikern Kenny Barker, Bobby Williams, Pat Scones & Mike Sconce, sondern war der Tatsache geschuldet das dies die drittletzte Veröffentlichung vor dem Konkurs von Capricorn war.
Leider ist von den vier Mitgliedern der Band so gut wie nichts bekannt nachdem sich Two Guns nach dieser tollen Scheibe 1980 wieder auflösten. Einzig von Bobby Williams findet man etwas im Netz. Er starb angeblich am 21. Mai 1999 im Alter von 44 Jahren bei Kansas City an den Folgen eines Motorradunfalls (Duane Allman und Berry Oakley lassen grüßen). Davor musste er nach dem Verlust einer Fingerkuppe seine musikalische Karriere beenden. Nach der Trennung von Two Guns hatte er u.a. für Chubby Checker gespielt.

Schon der Opener "Hard Times" klingt nicht nur wegen der fantastischen Hammond von Paul Hornsby nach einer jammigen Nummer der Allman Brothers oder Charlie Daniels Band. Beide Gitarristen leisten superbe Arbeit an den sechs Saiten und jammen so richtig schön vor sich hin.
"Slippin' Into The Night" wird von einem herrlichen Honkytonk-Piano Hornsbys begleitet und entführt einen in dunkle Spelunken einer Hafenstadt, vielleicht Savannah in Georgia.

Die ganze LP hat meiner Meinung nach keinen einzigen auch nur mittelmäßigen Song zu bieten, ganz im Gegenteil!!! Es macht einfach Bock dieser lockeren Südstaaten Musik zuzuhören ... und fragt sich warum die vier nach dem Konkurs von Capricorn nicht auf die Beine gekommen sind!!

Das wäre dann mal eine Frage an Paul Hornsby wenn ich ihm mal wieder eine Mail schreibe!!

Punkte: 10 / 10


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