Nocturnal Empire III (2007) - ein Review von walzenstein

Nocturnal Empire III - Cover
1
Review
2
Ratings
6.25
∅-Bew.
Typ: Sampler
Genre(s): Metal Death Metal, Black Metal, Pagan/Viking Metal


walzenstein Avatar
06.04.2018 11:37

Ich mag Underground-Compilations. Bekommt man doch mal einen Einblick über Bands, die man noch nicht gehört hat und es in Zukunft auch lieber sein lassen sollte. Allerdings sind oft auch Perlen dazwischen, die man sich gerne merkt und die Entwicklung dieser Bands beobachtet.
„Nocturnal Empire Vol. III“ enthält sowohl jene als auch solche. Mal lauscht man positiv überrascht, um sich beim anderen Song die Lachtränen wegzuwischen. Ich stelle hier mal die Tracks kurz vor. Moment, aber erst hol ich mir noch ein Kleenex.

DEUS DIABOLUS – Gothic Metal mit Death-Einschlag. Gegrunze treffen auf Screams, Keybords unterstützen melodische Gitarren. Graveworm meets Crematory. Doch vollkommen uneigenständig und auch kommt mir der Song teilweise recht geklaut vor.

ASGAIA – Ähnlich wie bei Deus Diabolus geht man hier zu Werke. Allerdings sind die Thüringer stark von Crematory beeinflusst worden, was man deutlich hört. Aber auf jeden Fall ist „Obscuring“ eines der wenigen guten Stücke dieses Samplers. Geht gut ab.

KROMLEK – The return of Bontempi! Boah, was ist das grottig. Ich verstehe sowieso den Hype um diese Band nicht. Hier wird bei Finntroll abgeguckt, was das Zeug hält. Allerdings so schlecht, dass man geneigt ist, den Jungs das Keybord zu zerschlagen. Es soll Viking Metal sein, aber wirkt dilettantisch, kraftlos und das Getröte nervt einfach nur.

THY MAJESTY – Ja, das hört sich doch schon ganz anders an. Rasender, aber dennoch melodischer Black Metal, der durchaus zu gefallen weiß und mich neugierig macht.

ELENSIS – So, ab jetzt wird’s lustig. Grottige Produktion, Frauengesang und kraftlose Gitarren. Gothic Metal mit black-metallisch-gestimmten Gitarren. Hört sich peinlich an, aber wenigstens kann die Frau am Mikrofon die Töne halten …,

ASHES OF DESTINY – denn nun kommt eine Clownband, die mich so zum Lachen brachte, dass mir die Tränen kamen. Die ungnädige Frau mit ihrem „Gesang“ tritt einem mit Spikes auf den Hörnerv, dass es eine wahre Pracht ist. Sie singt schief, sie singt ausdruckslos und alles hört sich an, als würde sie um die Entlassung aus der Betty-Ford-Klinik betteln. Nebenher grunzt dann noch ein Kerl recht kraftlos, wird aber durch die Göttin der Sangeskunst immer wieder gestört. Tut mir leid, Jungs und Mädel, aber sucht Euch einen vernünftigen Job und vertickt Eure Instrumente bei ebay.

CASTAWAY – Nun ist Heavy Metal angesagt. Geht auch gut ab, allerdings sollten sich die Jungs einen neuen Sänger suchen, denn dieser hört sich an, als wenn er einer ist, der gerne unter der Dusche singt, aber die Kraft seiner Stimme dort gelassen hat. Der Refrain hat eine coole Melodie, aber geht aufgrund fehlender Power total unter.

ABROGATION – Black/Death mit deutschen Texten, der schon etwas bekannteren ABROGATION ist nun an der Reihe. „Rabenschlacht“ beginnt rasend und wechselt dann in verschiedene Tempi. Recht abwechslungsreich gehalten und trotz mäßiger Produktion ein guter Track.

ABBADON – Nun wird's trve! Oldschool Black Metal von unterdurchschnittlicher Güte, wohl zudem noch im Proberaum aufgenommen. Der Drummer kann teilweise die (gar nicht sooo rasende) Geschwindigkeit halten und so hört es sich wirklich an, wie gewollt und nicht gekonnt.


INFERNAL RITES – Nun wird’s noch trver! Allerdings besser als ABBADON. Vielleicht etwas für Darkthrone-Fans zweiter Stunde. Sägende Gitarren, ein etwas zu leises Schlagzeug und mit Hall verstärkte Screams prägen diesen Song. „Ich kann keine Soli spielen, aber mach es trotzdem!“, so muss sich der Mastermind gedacht und vollzogen haben. Das Solo ist nämlich echt übel und überflüssig.

BLUTREGEN – Und schon wieder Black Metal. Diesmal in gemäßigterer und melodischerer Machart. Aber auch hier eine grottige Produktion und schon x-mal gehört. Haut mich partout nicht um.

BURNING BUTTHAIRS – Die brennenden Arschhaare aus Thüringen sind die einzigen Vertreter des Death/Grinds auf diesem Sampler. Eine willkommene Abwechslung sicher nicht nur für mich. „Pathological Exhumed Meal“: Gegrunze, Blasts … halt typisch!

THIASOS DIONYSOS – Hurra! Gut, dass ich noch Kleenex hier habe, um mir die Tränen wegzuwischen. Hier wird in ganz übler Pagan/Viking Metal-Manier über eine Ziege namens Heidrun gekrächzt. Zwischendurch hört man auch ab und an dieses Milchtier und mir kommt der Verdacht, dass es sich bei diesem Ein-Mann-Projekt, um den Vorstand einer Sodomisten-Vereinigung handelt. Aber Spaß beiseite. Der Song ist einfach nur peinlich und erinnert stark an Equilibrium’s „Met“.

SVARROGH – Folk Metal mit Black-Anleihen. Geht grad noch so. Die Drums sind allerdings ziemlich blechern. Aber sicherlich auch mal etwas originell, eine Balalaika in Black Metal einzubauen.

BLACKSEED BOYS – Grummel Griesgram und sein Kumpan haben mit „Shattering Heavens Door“, „Knocking on heavens door“ in ein schwarzes Gewand gepackt und ich find’s allemal witzig. Die Infoseite im Booklet der Compilation ist schon mal geil. Ein Pandabär in Nieten umringt von Kerzen in der Dunkelheit. Das Logo des Duos ist zusammengewürfelt aus einigen bekannten bandlogos (Dissection, Emperor, Satyricon, Burzum) und somit weiß man gleich, dass man die BLACKSEED BOYS nicht allzu ernst nehmen sollte. Auf jeden Fall ein gelungener Rausschmeißer auf diesem Silberling.

FAZIT: Für 3,00€ kann man sich diesen Sampler auf jeden Fall mal ranholen. Im Booklet wird jeder Band eine Seite mit Pics und Internetauftritt gewidmet. Ich ziehe mir jetzt nochmals ASHES OF DESTINY rein. Vorher aber noch mal fix auf Klo, damit ich mir nicht vor Lachen in die Unterbuchse pinkel!

Punkte: 6 / 10