Scumfuck Analblasting Rubberplug (2006) - ein Review von walzenstein

Scumfuck: Analblasting Rubberplug - Cover
1
Review
1
Rating
7.50
∅-Bew.
Typ: Album
Genre(s): Metal Grindcore


walzenstein Avatar
06.04.2018 08:40

Was macht ein Rezensent, wenn er nach einer musikalisch vollkommenen Prog-Metal-Band, anschließend eine PornGrind-Band rezensiert? Richtig! Vollkommen umdenken! Porngrind hat nix mit filigranem Gitarrenspiel, wunderbarem Gesang oder intelligentem Drumming zu tun! Nein, dieser Stil ist anders, aber Bands schießen wie Löwenzahn aus dem Boden. Gut, SCUMFUCK gibt es schon seit einer ganzen Weile! Seit 1991 betreibt Timo alias Murderjunkie diese Band, ist vor ein paar Jahren nach Magdeburg gezogen und zieht SCUMFUCK weiterhin durch, wenn auch nur als OneManBand!

Genretypisch mit widerlichem Cover und noch ein paar Ekelpics im Booklet kommt „Analblasting Rubberplug“ ins Haus. 19 Tracks mit Songtiteln wie „Maggots On My Scrotum“, „Cunt“ oder „Masturbate In My Enema“ sind Programm. Gut finde ich schon mal, dass hier die Movie-Samples recht sparsam angewandt werden, denn bei anderen PornGrind-Combos nervt das dann doch immer. SCUMFUCK agiert auch nicht, wie viele andere Bands, vorrangig im Highspeed-Tempo, sondern hier dominieren Midtempo-Tracks, bei denen aber der Murderjunkie hin und wieder auf das Gaspedal drückt bzw. drücken lässt, denn hier kommt ein Drumcomputer zum Einsatz. Der Titelsong erinnert, aufgrund des ersten Gitarrenklangs, etwas an SANDOW, aber verfliegt auch gleich wieder, denn hier wird erst monoton gegrunzt, bevor dann die Screams einsetzen und alles von vorne beginnt. „Rectal Scum Bitch“ hat sogar einen richtig geilen Refrain, „Aidsinfected Barebacking Gaywhore“’s Anfang könnte auch von einer EBM-Band stammen und bei „My Horse In Your Wife“ muss man dann doch schon mal grinsen, wenn man das Kreischen einer Frau und Pferdegewieher im Chorus hört. „My Only One“ hat er seiner Freundin Melanie gewidmet, die hier dann auch noch bei dem Song „My Sickest Visions“ mitwirkt. Und noch einen Gast hat sich der Murderjunkie mit auf diese Platte geholt: Simon von A.F.F., der bei „Fuckslut“ mit von der Partie ist. Alle 19 Songs sind nicht ideenlos runtergeschrubbt; nein, im Gegenteil. Hier und da mal eine Auflockerung eingebaut, wirkt „Analblasting Rubberplug“ recht abwechslungsreich und wird nie langweilig. Auf diesem Album gibt es sogar noch einen Song, den ich noch mitgegrunzt habe, als ich für eine recht kurze Zeit bei SCUMFUCK gelärmt hatte, der sich „Blutgrube“ nennt. Wie man auf ‚Blutgrube’ kommt? Ich weiß es noch, aber behalte es aus ästhetischen Gründen mal für mich!

PornGrind-Fans können hier ohne Sorge zugreifen und Leute, die gerne kranke Sachen in ihrem Regal zu stehen haben ebenso. Man sollte SCUMFUCK mit einem Augenzwinkern betrachten, denn ich denke, dass auch er seine Texte nicht sooo ernst nimmt, das merkt man auch an der Interpretation der einzelnen Songs. Zu beziehen ist diese CD über die SCUMFUCK-Seite www.murderjunkie.com. Und wen es dann wundert, dass in der Fuck-Off-Liste ein gewisser Walzenstein steht…, keine Bange, die Streitigkeiten sind mittlerweile aus der Welt.

Punkte: 7.5 / 10