Homesick (2009) - ein Review von Monolith

A Day To Remember: Homesick - Cover
1
Review
11
Ratings
8.50
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Hardcore Emocore, Melodic Hardcore, Post-Hardcore


Monolith Avatar
13.08.2013 00:18

Nachdem ich jetzt die bisherigen Übeltäter lange genug gehört habe, ist es mal an der Zeit neue Musik zu hören. Da ich keine Ideen hatte, habe ich einfach mal in einer, anfangs als WitzeApp programierte Anwendung, nachgefragt, ob jemand ein paar Ideen hat, welche Alben ich mir demnächst anhören sollte. Ich habe die verschiedensten Empfehlungen bekommen. Diese hier ist eine von ihnen.

A Day to Remember kannte ich bisher nur vom Namen her. Lieder von ihnen habe ich noch nicht gehört und insgesamt hat mich die Musikrichtung auch noch nie angetan - bis auf Bullet for my Valentine vielleicht. Was liegt also näher, als mich mal näher an das Genre und an die Band heranzutasten?

Was ich bereits beim Opener "the Downfall of Us all" herausgehört habe ist, dass die Band auf jeden Fall mal eine dezente Mischung aus allem macht, was in der heutigen Rock und Hardcoreszene eben beliebt ist. Einfach gehaltene rockige Riffs, hier und da ein paar Screams und der typische Gesang der heutigen New Wave Metal Ära. Das erste Stück hat mit ein paar Klatschern noch ein paar nette Extras mit dabei, allerdings ermüdet mich das alles trotzdem irgendwie. Und das bei gerade mal drei einhalb Minuten.

Das nächste Stück ist "My Life for Hire". Da geht es etwas melodischer zur Sache, nur verläuft sich das Quartett nach kurzer Zeit wieder in diesem 0815-Geriffe und Singsang. Fast hätte ich dieses Stück abgeschrieben, da kommt ca. in der Mitte des Stücks doch etwas Neues, wenn man das so nennen kann: ein paar Screams, etwas schwerere Gitarren und dann geht es wieder weiter wie davor. Nur, dass das jetzt doch ein wenig lebendiger klingt als davor.

Das nächste Stück hat einen sehr interessanten Titel: "I'm made of wax Larry, what are you made of?". Das Stück ist schon ein wenig vertrackter. Es fängt erst seicht und rockig an, dann driftet man in die Tiefen des Hardcores ab und beendet das dann alles wieder im rockigen Stil. An dieser Stelle sei gesagt, dass es ja ganz schön ist, was die Band da alles mit einander vermischt, nur klingt das am Ende einfach immer so vertraut.

Das zeigt auch wieder "Nj Leigon Iced Tea". Hier spielen A Day to Remember typischen Pop Punk der heutigen Zeit, wie man ihn von Bands wie Good Charlotte oder Green Day kennt. Mehr bleibt zu diesem Stück nicht zu sagen. Ein typischer Mitläufertrack, bei dem man einfach nichts falsch machen kann, weil er 100% abgeschaut klingt.

"Mr. Highway's Thinking About the End" ist dann das Gegenteil vom vorangegangenen Stück - denkt man sich zumindest. Der Anfang schön niederschmetternd im Post-Hardcore Stil, Screams, akkustische Tiefschläge, dann kommt plötzlich der Popgesang mitsamt den seichten Gitarren und ruiniert die gerade aufgebaute Wut. In der Hälfte des Stücks wird dann Beides vermischt, also treffen tiefe Breaks seichte Gitarren und Popgesang auf Shouts. Ein ziemlich wuseliges Stück, bei dem man alles auffindet, wofür die Band steht.

Der Titel "Have Faith in Me" klingt nach einem dieser schnulzigen Kuschelrockliedern. Und das Lied bestätigt meine Befürchtung.

Jetzt sind wir bei "Welcome to the Family". Track 7 und mir liegen langsam aber sicher die Nerven blank. Diese Band schafft es immer wieder einzigartige Momente durch diese nervigen Radiorockpassagen zu unterbrechen und zu zerstören. Da gibt es tiefe Breaks, Shouts, alles klingt halbwegs gut und dann scheint der Gesang wieder an der Reihe zu sein. Es gibt nicht mal einen vernünftigen Übergang. Die Hardcorepassagen werden einfach von der einen auf die andere Sekunde durch den Poppunk ersetzt.

"Homesick" ist dann Wiederholungstäter und Klon Nr. 4, wenn ich richtig gezählt habe. Schade, dass sogar der Titeltrack ein gerade mal durchschnittliches Stück ist. Ich hätte wenigstens erwartet, dass dieser sich von den anderen Stücken abhebt.

"Holdin' it down for the Underground" überrascht mich nach all' dem dann noch. Auf diesem Lied haben A Day to Remember doch eine vernünftige Mischung und eine gute Struktur aus ihren Elementen hinbekommen. Die Emopassagen stören nicht einmal, sondern gliedern sich gut zwischen die Hardcorewalzen ein. Insgesamt klingt das Stück sehr erfrischend... Entweder das, oder ich habe mittlerweile Gefallen an ihrer Musik gefunden.

Auf "You already know what you are" zeigt das Quintett dann leider doch, dass sie all' ihr Pulver verschossen haben. Anfangs sah ich die Hardcoreintros noch als Hoffnungsschimmer, ich meine, eine Band die einige Stücke durchgehend Emocore bzw. Poppunk spielt, sollte doch zum Ausgleich auch ein reines Hardcorestück spielen. Dem ist leider nicht so und sogar in diesen ein einhalb Minuten konnten sie auf ihr Singsang nicht verzichten.

"Another Song of the Weekend" wird seinem Namen gerecht. Zumindest was die ersten beiden Wörter angeht. Es ist nur ein weiteres Lied. Nicht mehr und nicht Weniger. Klon Nr. 5

"If it means a lot to you" bietet dann ein niedliches akkustisches Duett, denn für dieses Stück ist Sierra Kusterbeck von Versa Beck als Sängerin mit dabei. Das Stück baut sich langsam auf und am Ende kann man dieses Stück doch als einen guten Abschluss des Albums bezeichnen.

Special Editions und Re-Releases bieten als Extras noch Akkustikversionen vom Titeltrack und "Another Song of the Weekend". Zu diesen ist eigentlich nicht viel zu sagen, allerdings fasziniert es mich, wie viel besser ein Stück klingen kann, wenn schwammig verzerrte elektrische Gitarren durch normale Akkustische Gitarren ersetzt werden. Sogar der Teeniegesang passt da gut dazu.

Dieses Album war eine schwere Geburt. Eine sehr schwere Geburt! "Homesick" hat von ganzen 12 Stücken gerade mal 2 Gute dabei: Holdin' down for the Underground und if it means a lot to you. Die beiden Akkustikversionen machen insgesamt noch einen Extrapunkt.

Ich habe bisher immer nur einzelne Stücke aus dem Post-Hardcoregenre gehört und mir ist immer wieder aufgefallen, dass diese Stücke weitestgehend gleich aufgebaut sind, manchmal sogar wirklich gleich klingen. Ich weiß, man kann mir weiterhin vorwerfen, dass ich als Metalhead erstmal vor meiner eigenen Haustür kehren sollte. Am Ende weiß ich nicht, ob ich wieder das Totschlagargument "Geschmackssache" gelten lassen soll.

Punkte: 3 / 10


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Tracklist:

  1. The Downfall Of Us All
  2. My Life For Hire
  3. I'm Made Of Wax Larry, What Are You Made Of?
  4. NJ Legion Iced Tea
  5. Mr. Highway's Thinking About The End
  6. Have Faith In Me
  7. Welcome To The Family
  8. Homesick
  9. Holdin' It Down For The Underground
  10. You Already Know What You Are
  11. Another Song About The Weekend
  12. If It Means A Lot To You
  13. Homesick (Acoustic)
  14. Another Song About The Weekend (Acoustic)
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