Obscura (1998) - ein Review von freaksdeed

Gorguts: Obscura - Cover
1
Review
11
Ratings
8.64
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Death Metal, Progressive Metal, Jazz Metal


freaksdeed Avatar
18.01.2012 23:44

Mein Gott, was für ein tonnenschwer vertracktes und gewagtes Biest!

Muahaha... unglaublich, wie nah Schmerz und Ekstase zu liegen kommen können. Was für ein schmaler Grat!
Aber wie das eben so ist bei solchen Angelegenheiten; man kann nicht einfach Vollgas voraus, was kostet die Welt, auf den Abgrund zustürmen um Zentimeter davor triumphierend die Balance zu finden. Baby steps, Leute, Baby steps!

Gegenüber den vergleichsweise Death-Metal konformen (und übrigens höchst empfehlenswerten) Vorgängern "Considered Dead" und "The Erosion of Sanity" ist dieses Album wahrlich fern von jeglicher Konvention und das darf man getrost noch heute nach beinahe 14 Jahren behaupten. Aber wie schafft man so was?? Oder noch weit davor: Was ist der Ansporn und wie geht man das an? Mal eben den Schlagzeuger unter Strom gesetzt, Zick-zick-Zyllis auf die Gitarre montiert und den Sänger in die Kopfschraube gespannt kann's losgehen! Oh je, Bass vergessen. Nicht so schlimm. Geben wir ihm die fettesten Riffs und vor allem... Akkorde (schade hat das Ding nur 4 Saiten)!! Andere Partitur aber egal, passt trotzdem. Und dann aber alles nach Konzept... oder Formeln, höhere Macht oder was-auch-immer. Jedenfalls ergibt das ganze auf eine ziemlich perverse Art alles seinen Sinn und neben der kakophonischen Gesamtstruktur des Albums findet sich doch massenhaft Platz für Atmosphäre; selten erlösend, meistens beklemmend.
Darauf baut auch alles auf. Klang, Dichte und Stimmung weit, weit vor Struktur und Regeln. Eigentlich ähnlich, wie man es heute vor allem von Bands wie Portal (AUS), Mitochondrion (CA) oder Ulcerate (NZ) kennt. Nur 10 Jahre früher und somit auch weit, weit seiner Zeit voraus.

Mir selber ist das Album über die Jahre unglaublich ans Herz gewachsen. Das erste Hören hatte mir ein Grinsen entlockt.. ich glaube, begleitet von einem Stirnrunzeln. Beim zweiten Durchgang wurde ich neugierig. Danach hin und weg!

Das die Scheibe kein breites Publikum anspricht ist klar. Wahrscheinlich auch gut so. Stellt Euch vor, DAS wäre Norm! Wo kämen wir hin? Als nächstes buchen wir Kreuzfahrten auf der Event Horizon??

Nichtsdestotrotz ist dieses Album nach all den Jahren un-kopiert, vielleicht auch einfach nur unerreicht, geblieben. Das kann alles Mögliche bedeuten, sowie im Positiven als auch im Negativen.
Eins ist jedoch klar:
Genie und Wahnsinn sind eben doch ganz dicke Freunde!

Punkte: 10 / 10


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Tracklist:

  1. Obscura
  2. Earthly Love
  3. The Carnal State
  4. Nostalgia
  5. The Art Of Sombre Ecstasy
  6. Clouded
  7. Subtle Body
  8. Rapturous Grief
  9. La Vie Est Prélude... (La Mort Orgasme)
  10. Illuminatus
  11. Faceless Ones
  12. Sweet Silence

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