Eric Burdon Last Drive (1980) - ein Review von schanzer.in

Eric Burdon: Last Drive - Cover
1
Review
1
Rating
7.50
∅-Bew.
Typ: Album
Genre(s): Rock


schanzer.in Avatar
18.04.2017 20:01

Die Scheibe ist von 1980, da war E.B. stimmlich noch voll auf der Höhe. Soweit alles im grünen Bereich. Und das Album beginnt gleich mit einem Killer-Song, dem Titelsong "The Last Drive". Von den Ölkrisen der 70er inspiriert, erzählt der Text in Endzeitstimmung von einer letzten großen Sternfahrt der Petrolheads aller Länder. Die Strofen in einer Art Sprechgesang gehalten, hebt der Refrain, unterstützt von einem Damenchor, zu einem Ohrwurm sondergleichen an. Man möchte sofort gerne mitfahren beim "Last Drive".
"Power Company" aktualisiert textlich "Tobacco Road" und kommt musikalisch mit Reggae-Touch, 1980 sehr up-to-date. Auch eine starke Nummer.
"Bird On The Beach" zeigt Burdon als fähigen Balladen-Interpret, "The Rubbing Out Of Long Hair" ist eine Up-Tempo Nummer, die letztendlich aber etwas belanglos ist.
"Atom-Most-Fear" spricht den Menschen in den beginnenden 80ern aus der Seele, bietet musikalisch, abgesehen von der tollen Background Sängerin, wenig Bemerkenswertes.
"Dry" kommt mit E.B. typischem Sprechgesang und Geraunze, wie man es von seiner Zeit mit "War" kennt.
"Female Terrorist" basiert auf einem bluesig-funky Groove und hat einen starken Refrain. Ist der Text inspiriert von Meinhof, Ensslin und co.?
Zum Abschluss kommt "The Last Poet", eine musikalisch sehr reduzierte Nummer mit Sprechgesang, die ich für eher verzichtbar halte.
Das Album lebt von dem überragendem Titelsong, aber auch den den Zeitgeist treffenden Texten, E.B. toller Gesangsleistung und auch dem Artwork, welches die Motive "Last Drive" und "Female Terrorist" unter einen Hut kriegt. Einige Schwächen im Songwriting verhindern eine höhere Wertung.

Punkte: 7.5 / 10