Worlds Neuroses (1988) - ein Review von gravedancer

Living Death: Worlds Neuroses - Cover
1
Review
6
Ratings
7.58
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Speed Metal, Thrash Metal


gravedancer Avatar
13.07.2016 15:49

"Worlds Neurosis" war der letzte Streich LIVING DEATHs um Originalsänger Toto und gleichzeitig leider auch der schwächste. Geblendet vom Erfolg von Bands wie HELLOWEEN, die nunmehr mit leichtverdaulichem Mainstream Metal Charterfolge feierten, enttäuscht von den eigenen Misserfolgen, unter stümperhaften Dilettanten wie SODOM, DESTRUCTION und KREATOR in der zweiten Reihe deutscher Thrash Bands zu stehen und nicht den verdienten Durchbruch in der Szene geschafft zu haben, versuchte man eben diesen zu erzwingen, indem man sich vom rohen, wüsten Thrash/Speed verabschiedete und mit melodischerem teils sogar recht progressiven Material daher kam. Es sei dabei erwähnt, dass ich die Großen Drei nicht herabwürdigen will...Ende der 80er waren diese Bands auch auf musikalischer Ebene bärenstark. Doch vergleicht man deren Debut Alben mit "Vengeance From Hell" oder "Metal Revolution", dann waren sie allesamt Stümper im Vergleich zur hier besprochenen Kapelle, ALLE! Ein erneut hübsch anzuschauendes Coverartwork lässt erst mal noch nicht erahnen, dass auf diesem Werk nichts mehr vom brutalen Thrash des Vorgängers zu hören ist. Sänger Toto singt nun und sein brachiales Gekreische ist nur noch wohl dosiert und im Hintergund zu hören ('Shizophrenia'). Dennoch ist der Opener 'Last Birthday' ein schöner Uptempo Hit, der mit dem zweistimmigen Gesang im Refrain gut ins Ohr geht, kann ich nicht leugnen. Doch 'Die Young' (ätzender Chorus) und 'Shizophrenia' können bei mir gar nicht punkten. Erst der langsame Stampfer 'On The 17th Floor' weiß wieder etwas besser zu gefallen. 'Down' ist dann allerdings schon wieder gar halbballadesk und poppig geraten...nein danke. Der Titelsong geht wieder etwas mehr ab, leider bleibt man aber weit entfernt von den Qualitäten der ersten Veröffentlichungen. 'Bastard' ist das mit Abstand nervigste Teil auf der Platte und mit den beiden Songs 'The Testament Of Mr. George' und 'Sacred Chao' bleibt man qualitativ auch maximal im unteren Durchschnitt. Der Rausschmeißer 'Tuesday' ist auch ein LIVING DEATh untypischer Song im mittleren Tempo gehalten. Allerdings mit einem coolen Solo ausgestattet und einer Hook im Refrain, die mir tatsächlich mal zusagt, ist dieser Song einer meiner Favoriten des Albums und somit einer der wenigen Stücke, die ich mir immer mal wieder anhöre.
Leider ist "Worlds Neurosis" ein Album, dass ich mir eigentlich nie anhöre, da es nur sehr wenige Titel enthält, die mich wirklich überzeugen. Auch die Produktion ist für 89 nicht überragend, wenn ich da beispielsweise an "Extreme Agression" oder "Agent Orange" denke. Unterm Strich kann ich beim besten Willen nicht mehr als 5 Punkte geben. Natürlich sollte jeder vorher mal reinhören. Fans von MEKONG DELTA dürfen auch mal ein Ohr riskieren, empfehlen möchte ich dieses Album aber niemanden, leider. Bei allen Vorgängern der Band können Speed/Thrash Fans allerdings bedenkenlos zugreifen.

Punkte: 5 / 10


Living Death: Worlds Neuroses

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Tracklist:

  1. Last Birthday
  2. Die Young
  3. Shizophrenia
  4. On The 17th Floor
  5. Down
  6. Worlds Neuroses
  7. Bastard (At The Busstop)
  8. The Testament Of Mr. George
  9. Sacred Chao
  10. Tuesday
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