Black Spells Of The Damned (2006) - ein Review von MLSnick

Front Beast: Black Spells Of The Damned - Cover
1
Review
1
Rating
7.50
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Heavy Metal, Black Metal


MLSnick Avatar
24.01.2014 10:31

"Black Spells Of The Damned" von der deutschen Einmann-Band FRONT BEAST steht nun als Nachpressung dunkelfunkelnd in meiner Vinylsammlung und mogelt sich durch gar schwarze Magie seitdem immer wieder auf den Teller.

Es war vor allem der Song "Past Midnight They Arrive" und der Titeltrack, die mich über Jahre hinweg immer wieder zu jener MP3-Datei auf meinem PC zugreifen liessen. Letztens war es dann soweit und ich wollte endlich mal wissen, ob ich die LP auch käuflich erwerben könne. Ich rechnete schon mit Beträgen jenseits eines Fuffis, denn nicht selten werden solche kultigen Trve-BM-Scheiben zu horrenden Preisen gehandelt und grimmig drein blickend (also BM-freudig) in Empfang genommen. Doch bei meiner Suche stieß ich recht schnell auf Preise im unteren, nein, untersten Preissegment. Für 10€ inklusive Porto orderte ich schließlich meine erste Schallplatte über Discogs und bekam eine äußerst gut gepresste, neuwertige "Black Spells Of The Damned" ins Häuschen.

Nun gut, das Foto auf dem Cover ist jetzt eher gezwungen "cool/trve" und stinkt leider gegen die Fackelfotos anderer Kombos jenes Genre mächtig ab. Richtig schön ist der rotgeprägte Glanzdruck des Logos, der der Platte eine gewisse Wertigkeit verleiht. In der Hülle selbst ist neben dem Vinyl in schwarzer Lochtasche auch noch ein dicker, bedruckter Karton zu entdecken, auf dem der gute Avenger in zwei weiteren Posen seine Liebe zu Fackeln und seine Abneigung gegen Corpsepaint zelebriert.

Aber was letztendlich wirklich zählt ist die Mucke und die ist verdammt trve! Bös/gut-willige Menschen werden eviltuell den Gesang etwas lustig finden, der äußerst gekonnt gegen alle Regeln der Aufnahmetechnik verstößt und herrlich ...ähm... trve aus den Speakern plärrt. Vorbild war hier wohl ganz klar Vikernes' Gekreische. Die instrumentale Begleitung bewegt sich vielleicht nicht gerade auf MORBID ANGEL-Niveau, aber dennoch kann man Avenger bzw. FRONT BEAST wirklich nicht vorwerfen irgendwelche uninspirierte BM-Kacka auf den 4-Spur-MC-Rekorder (reine Vermutung) gezimmert zu haben. Die Mucke kommt schon sehr geil rüber, vor allem wenn man die erste Hälfte überstanden hat und die Platte so richtig, richtig Pommesgabel wird.

Bei dem eben schon erwähnten "Past Midnight They Arrive" reißen sich unweigerlich die grob geschmiedeten Fleischerhaken an den Ohrmuscheln fest, um sich vom headbangenden Opfer den Rost abschütteln zu lassen. Für mich ganz klar einer der süchtigmachensten Songs des BM-Genres! Danach kommt das auch mal gar nicht so schlechte "Devil's Flame" , bis endlich zum Finale der Titeltrack ertönt, dessen unheilige Trveness seinem Vor-Vorgänger schon fast das Wasser reichen kann. Trotz teils holprigem Schlagzeugspiel wirken die Gitarren wie ein schwarzer Sog. Ein Fest für schwarzmetallisch verseuchte Ohren!

"Black Spells Of The Damned" ist keine angenehme Produktion, so wie man sie dem gewöhnlichen BM-Hörer immer wieder in den letzten Jahren unterschiebt. FRONT BEAST sind meilenweit weg von MAYHEM, SATYRICON, ENSLAVED, WOLVES IN THE THRONE ROOM etc. Avenger befindet sich mit seiner Musik und deren Präsentation gerade noch so im Mittelbereich, weder kommerziell, noch übertrieben grottig und gerade das verleiht dem Album diesen gewissen Charme.

Mir wurde endlich mal wieder gezeigt, wo diese Musik herkommt und das sie nicht jedem, ja eigentlich fast gar keinem gefallen will. Solche Perlen, die man sich mit viel Ohrblut erkämpfen muß, vermisse ich in den letzten Jahren.

Punkte: 7.5 / 10


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