Zerfall (1998) - ein Review von Monolith

Eisregen: Zerfall - Cover
1
Review
26
Ratings
6.85
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Death Metal, Black Metal


Monolith Avatar
27.07.2013 10:53

Man nehme: neu aufgesetzte Demoversionen und stockt diese nochmal mit einer vierteiligen Geschichte auf. Fertig ist das Rezept für ein gelungenes Debüt. Auf "Zerfall" finden wir wieder alles, was einem auf der Demo faszinierte. Aggerssivität, Verspieltheit, Melodik und großartige, sowie düstere Geschichten.

Beginnen wir mit dem Pestzyklus: "...Und über allem weht der Wind so kalt" beginnt mit einem netten Gitarrenspiel, dann setzt Roth ein. Hier hat er kein Gekreische mehr, sondern growlt sich durch das Album. Toll ist, dass man die sehr kratzigen Vocals dennoch sehr gut versteht und somit auch die Geschichte. Hier ist alles vorhanden, die Verspieltheit, die Aggressivität, insgesamt also ein würidger Anfang für das, was uns noch bevorsteht.

"Legenden des Leidens" hat anfangs wieder ein schön melodisches Gitarrenspiel, insgesamt ist der Track eher langsam und eben auf Dark Metal Art harmonisch. Die Keyboards ziehen sich fröhlichen, gegen Ende allerdings eher melancholisch durch das ganze Lied und bilden so einen Kontrast zu den kalten und sägenden Gitarren.

"In der Grube" ist eher rockig, nur eben mit dem Unterschied, dass Roth nicht singt, sondern growlt. Es gibt ein regelmäßiges Tempowechsel, entweder ist es mittelschnell und melodisch, oder schnell und brutal.

Und mit "Auferstehung" findet die Geschichte musikalisch ein dramatisches Ende. Tiefe Gitarren, schnelle Drums, aggressive Growls, kurz darauf kommt das Keyboard dazu und und Tempowechsel beugen der Monotonie auf dem Stück vor. Am Ende schließt sich der Vorhang mit langsamen melodischen Gitarren und einer traurigen Melodie seitens des Keyboards.

Bevor wir dann zu den Re-Releases kommen, bescherten uns Eisregen noch ein weiteres neues Stück namens "Ich bin viele". Anfangs düster prügelt die Band kurz darauf um sich, nur um am Ende noch einmal einen Gang runterzuschrauben und dem Hörer noch einmal mit Nachdruck einen Ohrwurm einzuhämmern.

Und dann kommen wir zu den drei Re-Releases. Ich bin wirklich dankbar, dass sie diese Stücke neu aufgenommen haben. Nicht nur sind die Texte jetzt verständlich, der Sound ist insgesamt viel druckvoller. Auch, dass Roth hier Growls verwendet passt gut in das Gesamtkonzept.

Wer noch ein paar Jahre - genau genommen 6 - gewartet hat, der durfte sich 2004 auf dem Re-Release des Albums noch über ein nettes Extra freuen: der Demo "Das Ende des Weges". Diese wurde zwar nicht neu eingespielt, dafür komplett mit eingefügt und somit der Hörspaß - abgesehen von der typischen Demoqualität - mindestens verdoppelt.

Eigentlich würde ich diesem Debüt die volle Punktzahl geben, aber angesichts dessen, was danach kam, sollte ich einen halben Punkt abziehen. Aber auch nicht mehr!

Punkte: 9.5 / 10


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Tracklist:

  1. ...und über allem weht der Wind so kalt
  2. Legende des Leides
  3. In der Grube
  4. Auferstehung
  5. Ich bin viele
  6. Eispalast
  7. Ode an den Niedergang
  8. Lustmord
  9. Endzeit
  10. Das Fleischhaus (Bonus Digipak)
  11. Nichts wäret ewiglich... (Bonus Digipak)

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