Evil Invaders (1985) - ein Review von bloodfreak

Razor: Evil Invaders - Cover
2
Reviews
15
Ratings
8.87
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Speed Metal, Thrash Metal


bloodfreak Avatar
19.04.2012 21:43

Falls High Roller dieses Gerät in Zukunft wiederveröffentlichen, dann hoffentlich mit einer Abrissbirne oder Vorschlaghammer als Bonus. Diese LP killt ohne Ende und zeigt auch 27 Jahre nach Erscheinen, wo der (Thrash) Hammer hängt. So roh, brachial und gleichzeitig eingängig und traditionell klingen nur wenige Bands (früher ein wenig mehr, als heute).

Schon das einleitende Instrumental kommt angebraust wie ein D-Zug und verwüstet erstmal dein Wohnzimmer (oder Kinderzimmer :D). Nachdem die Nachbarschaft am frühen Sonntagmorgen mit diesem kleinen Nackenbrecher geweckt wird, können wir mit „Cross Me Fool“ gleich voll durchstarten. Das anschließende „Legacy Of Doom“ legt noch ein paar Holzscheite drauf und wir rasen mit voller Geschwindigkeit in unser Verderben! Geiler Uptempo Thrasher! Stace „Sheepdog“ MacLaren's Stimme hört sich teilweise original wie eine Kreissäge an, dazu die pumpenden Drums und das Hochgeschwindigkeitsriffing hauen wohl auch den härtesten Thrasher vor Entzückung aus den Adidas Turnschuhen (und meine Nachbarin vor Entsetzen aus den Birkenstock)!

Weiter geht’s mit dem Titelsong „Evil Invaders“, der erstmal gemäßigt anfängt und nach wenigen Sekunden ins Uptempo ausbricht! Der Refrain ist wohl pure „Fist Banging Mania“ - wer da nicht mitträllert ist hoffnungslos verloren, denn die „Evil Invaders“ werden aus ihren Gräbern steigen und dich nachts holen! Zu dem Song gab's damals übrigens auch den ersten Razor Video-Clip.
„Iron Hammer“ hört sich nach einer brutaleren Version von Motörhead an. Ob die Textzeile „Iron Hammer in your face“ später Cannibal Corpse zu ihrer ähnlich lautenden EP inspiriert hat?

Die B-Seite wird mit einer weiteren Lektion in musikalischer Gewalt eingeleitet: „Instant Death“ - den wird wohl auch den 80-jährigen Nachbar inzwischen ereilt haben, wenn er die Scheibe in voller Lautstärke um die Ohren gebrettert bekommen hat. Die Nachbarin steht ja schon seit dem einleitenden Instrumental mit Schnappatmung auf dem Flur...
Wer bis hierhin überlebt hat, kommt in den Genuss einer weiteren Thrashperle: „Cut-Throat“ - immerwährend wie ein D-Zug brausen Razor durch die Boxen und hinterlassen nur noch Schutt und Asche im Wohnzimmer! Meine Nachbarschaft verschanzt sich gerade im Luftschutzbunker im Keller, weil ein feindlicher Angriff nicht mehr auszuschließen ist.
Jetzt kommt für mich das absolute Highlight der Scheibe: „Speed Merchants“ - MEHR METAL GEHT NICHT MEHR!!! WAS FÜR EINE HYMNE!! WAS FÜR EINE POWER! BRUTAL...der Song hat alleine schon die Wucht sämtlichen Posern den Unterkiefer zu brechen! Die Textzeile „Furious intentions directed at the stage, a building of aggression is now released in rage“ bringt den Song wohl perfekt auf den Punkt! Hört euch „Sheepdogs“ gekreische zum Schluss vom Song an: KREISSÄGE!!!
In der ganzen Stadt wird gerade der "Ausnahmezustand" ausgerufen...

„Tortured Skull“ ist mit 5 ½ Minuten der längste Song auf der Platte. Wer jetzt eine Ballade erwartet, sollte wohl besser in Deckung gehen, denn hier kommt nochmal ein Thrash-Brett mit rostigen Nägeln durch die Boxen auf den Zuhörer zugerast!
Das abschließende „Thrashdance“ bringt es nochmal voll auf den Punkt:
„Pain and pealed with staining steel, take it, feel it grind, piercing hearse, sends the curse, the thrashing metal way, we spit on those who choose to pose, we thrash with all the rest, busting heads, ignoring feds, we know this crowd's the best!“
Auf den Straßen meiner Stadt herrscht totales Chaos und ich kämpfe mit Erklärungsnot, da es doch nur eine harmlose Razor Scheibe war, die die Stadt in Angst und Schrecken versetzt hat und kein Bomberschwadron, der über die idyllische Kleinstadt hinwegfegte...oh Mann! SORRY!

Für alle Thrash-Fans ist diese Scheibe ABSOLUT Pflicht! Da gibt’s kein wenn und aber...basta :-D

Punkte: 9 / 10


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