Burning Roots Vol. One (2007) - ein Review von walzenstein

Burning Roots Vol. One - Cover
1
Review
1
Rating
6.50
∅-Bew.
Typ: Sampler
Genre(s): Metal Black Metal


walzenstein Avatar
06.04.2018 11:36

Black Metal Sampler gibt es ja nun mittlerweile, wie Sand am Meer. Nun, „Burning Roots“ ist anders. Erstens ist diese Compilation Herrn Øystein Aarseth gewidmet, der ja bekanntlich von Glatzen-Ede Vikernes ermordet wurde. Zweitens verbindet man diese Huldigung auch noch mit einem musikalischen Aufruf gegen den NSBM. Feine und nützliche Sache, finde ich. Nun, die hier vertretenen BESTIAL MOCKERY, waren ja irgendwie selbst mal in dieser Szene verstrickt (bzw. ein paar Mitglieder) und wollen sich nun mit ihrem Beitrag davon distanzieren. Warum auch nicht? BÖHSE ONKELZ durften das ja auch.

Siebzehn Bands sind hier vertreten. Purer Underground. Manche ganz nett, manche wiederum ganz schlecht, aber auch so richtig geile Bands. Ich muss zugestehen, dass ich bis dato die wenigsten Combos auf „Burning Roots“ kannte. Bekannt waren mir nur KNOWHERE, UNLIGHT, BESTIAL MOCKERY, BLACK HORIZONZ, MESMERIZED und DAGOR DAGORATH. Aber das ändert sich ja nun.

Den Anfang macht INFERNAL RITES, eine Ein-Mann-Band und der Mainpan nennt sich Achamoth, der eigentlich Deutscher ist, aber 2007 nach Norwegen zog. Rasender, apokalyptischer Black Metal in einer Old School Manier, wie man es sich wieder wünscht, wenn man auf die norwegische Welle des Schwarzmetalls steht. Geil! Es folgen die Schweizer KNOWHERE mit einem Song über meinen Geburtstag „April 14th 9.15 a.m.“. Nun gut, ich war wohl zu voreilig, denn ich wurde 15.55 Uhr nachmittags geboren. Ist wohl doch nicht mir gewidmet. Aber Spaß beiseite. KNOWHERE spielen nordisch angehauchten Black Metal, der sehr gut arrangiert und mit geilen Melodien ausgestattet ist. Es ist wirklich lohnenswert, diese Band mal anzuchecken! Ihre deutschen Kollegen UNLIGHT sind nun an der Reihe. Und auch sie sind erwartungsgemäß gut und hören sich schön kompakt an. FAIRYTALE ABUSE aus Dänemark bringen die ersten Keybordklänge auf den Silberling. Gekrächze und Gegrunze vermischen sich mit wunderschönen Leads und dazu passenden Klimperklängen. Auch sehr fein. Dreckig wird’s jetzt mit BLACK HORIZONZ, die mit einer starken Thrash-Schlagseite aufwarten. Aber diese Deutschen werdet Ihr mit Sicherheit schon kennen. Akustische Gitarren, Sturm und eine Sprache, die ich nicht identifizieren kann, Flöte und einsetzendes Schlagzeug: DAGOR DAGORATH aus Israel sind eigenartig, aber durchaus angenehm. Gekrächze untermalt von Midtempo- und Blastbeats, mit Melodien, die auch aus Norwegen stammen könnten … die Israelis wissen zu überzeugen. MEZMERIZED aus Polen hören sich an, wie unsauber produzierte MARDUK und die Schweden HELSEFYR klingen nach alten Darkthrone. BESTIAL MOCKERY bieten dann Black Metal mit Punk/Core-Schlagseite. Wer’s mag…

SIGNS OF DARKNESS sind dann von der Produktion her sehr kräftig, gegenüber ihren Vorgängern auf „Burning Roots“; aber mich hauen sie absolut nicht um. Ich find’s langweilig. Genauso wie die folgenden GALAR aus Norwegen. Das hat man irgendwie schon zu oft gehört. Und es geht produktionsmäßig wieder in den Keller mit den Kroaten GROM. Auch ihre Musik ist grottig, obwohl im Hintergrund eine feine Melodie rauszuhören ist. BUSTUM und VERFALL finde ich auch recht übel. Letztere sind (wie viele hier) eine Ein-Mann-Band und kommen auch noch aus meiner Heimatstadt und orientieren sich an frühere BURZUM, ohne jedoch diese Klasse annähernd zu erreichen und BUSTUM sind vollkommen langweilig. Und auch bei PRAYER OF THE DYING von der Insel Malta muss ich feststellen, dass „Burning Roots“ immer mehr nachlässt. SARCUEIL’s „Funeral Path“ hört sich anfangs viel versprechend an, wird dann aber durch einen zu dominanten und arg künstlich wirkenden Drumcomputer völlig zerstört. Die absolute Krönung der miesen Musik kommt dann zum Abschluss in Form von NECRO CULT. Was das sein soll, frag ich mich noch immer. Mein Hund lag die ganze Zeit brav neben mir und nun will er auf meinen Schoß. Kein Problem, aber ein Schäferhund wird mit der Weile schwer. Boah, die Amis zerholzen Computer, wie sich das anhört. Vorbilder scheinen BEHERIT zu sein. Und NECRO CULT vermischen das irgendwie mit Esplendor Geometrico, Plinear Gland Zirbeldrüse und Anal Cunt. Sorry, aber warum gerade von diesem Müll zwei Songs??

Das war es also zur Musik. Wie erwähnt: am Anfang stark und dann aber noch stärker nachlassend. Nun hatte aber jede Band noch die Chance, ein Statement in Sachen NSBM abzugeben. Aber warum von einigen Bands gar nichts kam (NECRO CULT, PRAYER OF THE DYING, DAGOR DAGORATH), verstehe ich nicht. Andererseits geht mir das Rumgeeier mancher Kapellen auch auf den Sack. Beispiele?? Hier … da habt ihr! FAIRYTALE ABUSE: „Fairytale Abuse is about Metal in it's purest form. We salute the members of the true Metal Community!”, BUSTUM: “Black Metal – loved and hated by many, but understood by few!”, GROM: “We don’t mix our music with any political shit!”, UNLIGHT: “Black Metal is apolitical! This music style stands for Satan, individual freedom and the aesthetics of nature!” … Boah, können die nicht mal Stellung zum Thema NSBM beziehen und nur rumschwafeln? Da lobe ich mir doch BLACK HORIZONZ („Fuck off to NSBM!!! May your narrow brains be crushed!!!“), GALAR, KNOWHERE, BESTIAL MOCKERY, SIGNS OF DARKNESS oder MEZMERIZED (“…We say simple ‘no’ to NSBM!”).

Ein recht akzeptabler Sampler, obwohl er zum Schluss arg nachlässt. Ich für meinen Teil, habe mich gefreut, INFERNAL RITES und FAIRYTALE ABUSE für mich entdeckt zu haben. Bin ja mal gespannt auf Vol. 2!!

Punkte: 6.5 / 10