Apocalypse (1994) - ein Review von Acurus_

Apocalypse: Apocalypse - Cover
1
Review
2
Ratings
9.25
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal


Acurus_ Avatar
19.04.2011 20:50

Die „Encyclopaedia Metallum“ (http://www.metal-archives.com) listet alleine für die USA fünf Bands mit dem Namen APOCALYPSE auf. Eine kommt aus dem Bundesstaat Michigan. Der Nachwelt hat dieses Quartett insgesamt zwei Eigenproduktionen in voller CD-Länge hinterlassen: 1994 das gleichnamige Debüt und vier Jahre später „Rewind“. Danach verschwinden die Spuren der Band im Nichts. Lediglich Bassist Jeff Welch wird noch kurzzeitig mit den Power-Metallern WINTERS BANE in Verbindung gebracht.
APOCALYPSE spielen ihr Debüt zu einem Zeitpunkt ein, als der Metal in einer tiefen Schaffenskrise steckt. Die 1980er Jahre sind Geschichte und alle Stilrichtungen vielfach ausgelotet. Viele Bands verfallen der Versuchung, den klassischen Metal über Grunge und Crossover weiterentwickeln zu wollen. Wohl auch deshalb können APOCALYPSE mit ihrem spielerisch wie soundtechnisch großartigem Debüt keinen Plattendeal an Land ziehen. Hinzu kommt eine gewisse musikalische Verschrobenheit. Denn ein Metal-Mekka ist Michigan nicht. Die Bands kochen da eher im eigenen Saft, weit weg von den falschen Vorgaben einer am Ausverkauf orientierten Musikindustrie.
Mit ihrer Rekonstruktion der verloren geglaubten 1980er Jahre verschmelzen APOCALYPSE das Beste, was der US-amerikanische Metal je hervorgebracht hat. Die insgesamt sieben Songs des Debüts atmen mit jeder Sekunde den glorreichen US-Power Metal. Hinzu kommt das melodisch-progressive Flair von QUEENSRYCHE. Die Band bricht keine Geschwindigkeitsrekorde. Ihr eigenwilliger Stil ist relaxt und völlig entspannt, phasenweise sogar leicht spacig. Präsentiert wird ein Wechselspiel der Extreme. Eher ruhige gitarren- wie gesangsgeprägte Passagen suchen ihr Heil im ständigen Konflikt mit der Power of Metal. Das hohe kompositorische Geschick der Band steht sehr weit im Vordergrund und kommt in jedem Song voll zum Tragen. Technische Überhöhung oder gar gekünstelte Anstrengung lassen sich glücklicher Weise nicht feststellen. Regelrecht durchpflügt werden die Stücke vom hohen, druckvollen aber nicht spitzen Gesang. Jerry Keyzer zählt sicherlich zu den Frontmännern, denen man das Mikro runtergepegeln muss, damit sie nicht alles in Grund und Boden schmettern. John Luepnitz an der Gitarre drückt jedem Song zu jeder Zeit seinen Stempel auf. Jeff Welch am Bass und Schlagzeuger Bob Matheson besorgen das ihrige, um APOCALYPSE als Kleinod im Metal den verdienten Spitzenplatz zuzuweisen. Deswegen lohnt sich auch die Suche nach dieser ultra raren Scheibe.

Und da es so viele Apocalypsen gibt, hier ein richtiger Link: www.youtube.com/watch?v=EnHMlsi2uts&feature=related

Geschrieben für www.board.sacredmetal.de

Punkte: 9 / 10


Apocalypse: Apocalypse

Audio CD

für 21,43 €
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Tracklist:

  1. Life Is Your Profession
  2. Let It Die
  3. Patricia
  4. Milkman
  5. Try To Please Me
  6. Pictures Of My Woman
  7. Linda Jones
  8. Blowing In Blow
  9. Reflections Of A Summer

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