Afraid Of Sunlight (1995) - ein Review von pinot noir

Marillion: Afraid Of Sunlight - Cover
1
Review
13
Ratings
7.88
∅-Bewertung
Aka: Refracted! - The Making Of Afraid Of Sunlight
Typ: Album
Genre(s): Rock Progressive Rock


22.07.2011 14:24

Afraid of Sunlight ist ein starkes Stück Musikgeschichte. Marillion befand sich damals, vor 16 Jahren, am Scheideweg. Das hervorragende Konzeptalbum Brave war kommerziell ein Flop und der Vertrag mit EMI stand vor dem Auslaufen. Die Band stand unter Druck, in einer vergleichsweise kurzen Zeit, ein letztes Album unter EMI zu produzieren. EMI hatte Marillion freilich bereits abgeschrieben. Umso mehr erstaunt es, was die Band mit Afraid of Sunlight erschaffen konnte.

Mit Gazpacho wurde ein starker aber auch gewagter Opener gewählt. Eine grandiose Verquickung von Prog, Rock und Pop. Schief, fröhlich bis schwermütig, leicht getragen bis bombastisch. Schwer einzuordnen und selbst manchem Proggie zuviel. Es braucht einige Durchläufe bis der Song zündet, aber dann ist er gewaltig, auch live ist Gazpacho eine Perle. Es folgt mit Cannibal Surf Babe ein Song, der damals für viele konservative Fans ein Schock war. Beach-Boys-artige Chöre mit viel Groove und Retro. Dabei macht dieser Song heute einfach nur Spass und verbreitet gute Laune. Zudem steht er für die Experimentierfreude, die Marillion spätestens ab diesem Album schon immer auszeichnete. Die Single Beautiful ist ein wunderschöner Popsong, berechenbar zwar, aber eine feine Ballade, die schnell ins Ohr geht und auch nach Jahren immer noch zu gefallen weiss. Das macht grosse Musik aus. Der düstere Teil des Albums leitet Afraid of Sunrise ein, ruhig und getragen, von der Atmosphäre lebend und ein ruhender Pol vor dem, was noch kommen wird. Es folgt mit Out of this World der Übersong des Albums. Heute zähle ich ihn zu den 10 stärksten Marillion Songs ever. Steve Hogarth singt grandios und glasklar, Steve Rothery spielt eines seiner schönsten Soli und Mark Kellys Sounds sind von einem anderen Stern. Die Melancholie und Düsterheit dieses Songs macht betroffen und verursacht vor allem eines: eine Gänsehaut nach der anderen. Afraid of Sunlight, der Titelsong, ist der nächste Knaller. Etwas rockiger, aber trotzdem warm, verträumt und emotional mit einem wunderschönen Refrain. Beyond you ist etwas eigenwillig, aber sehr intensiv und berührend. Ein fulminantes Finish folgt mit King. Das "wahre" Schlusslied, auch auf Konzerten. Ein Rausschmeisser, wie er im Buche steht. Der Song steigert sich zu einem Orkan, und lässt einen erschöpft, nachdenklich aber auch glücklich zurück.

Fazit: Afraid of Sunlight repräsentiert den Stil der h-Phase von Marillion wie kein anderes Album. Auch nach 16 Jahren wirkt das Album noch frisch und modern. Es gehört in jede Sammlung. Unbedingt empfehlenswert ist die Remaster Version mit Bonus CD, auf der interessante Versionen einiger Songs zu hören sind.

Punkte: 9.5 / 10


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Tracklist:

  1. Gazpacho
  2. Canibal Surf Babe
  3. Beautiful
  4. Afraid Of Sunrise
  5. Out Of This World
  6. Afraid Of Sunlight
  7. Beyond You
  8. King
  1. Icon
  2. Live Forever
  3. Second Chance (Aka Beautiful) (Previously Unreleased)
  4. Bass Frenzy (Previoulsy Unreleased)
  5. Mirages

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