Ctulu Freie Geister (2006) - ein Review von walzenstein

Ctulu: Freie Geister - Cover
1
Review
6
Ratings
6.92
∅-Bew.
Typ: Album
Genre(s): Metal Black Metal


walzenstein Avatar
05.04.2018 08:37

Delmenhorst, eine norddeutsches Domizil für gar lustige Pop-Sternchen, die der ein oder andere schon ausgemustert hat, sich Familie Connor/Terenzi aber davon nicht abhalten lässt, sondern weiter im unteren Mittelfeld des Mainstream-Gedudels ihr Unwesen treibt und sich die Mudder gar mit 50 Lenzen noch mal schwängern lässt. Warum auch nicht? Doch Delmenhorst ist nicht nur das Zuhause von Frau Connor und ca. 80.000 weiteren Einwohner, sondern auch die Schwarzmetall-Schmiede von CTULU. Gegründet 2004, bringt das Quintett nun ihren ersten Longplayer via Northfire Records auf den Markt, der unter anderem Titel ihrer beiden Demos „Zins der Zeit“ und „Freie Geister“ enthält.

Nun, bei deutschsprachigem Black Metal bin ich äußerst verwöhnt, da mich Bands wie die GRABNEBELFÜRSTEN, AGRYPNIE oder GEIST schon länger mit ihrer Musik verwöhnen. Da muss nun schon ein echtes Kaliber deutschen Black Metals kommen. Na mal schauen.

Heiseres Gekrächze, kalte schrammelnde Gitarren und gerne auch mal mit hoher Geschwindigkeit geben sich CTULU mit typischer, relativ unsauberer und dennoch kraftvoller Produktion dem Black Metal hin. Keybords sucht man vergebens und die würden hier auch gar nicht passen. Ab und an mal mit Thrash-Schlagseite, dann mal wieder recht groovig, um dann wieder ordentlich die Felle zu knüppeln, das sind CTULU. Ich muss sagen, dass mir die Stimme von Shouter und Bandgründer Stefan Schulz etwas auf den Docht geht. Dieses heisere Gekrächze ist mir einfach zu monoton und nervig.
Erster Höhepunkt der CD ist der Titelsong, der mit beschwörenden Worten eingeleitet wird und anschließend mir rasender Geschwindigkeit und sägenden Gitarren seinen Lauf nimmt. Und plötzlich wird’s richtig thrashig und bangfreudig. Ja, der Song geht wirklich gut ab. Die Gitarren sind trotz der Unterproduktion melodisch und authentisch. „Pandemonium“ erinnert dann sehr an nordische Gefilde. Man könnte es vielleicht als eine dreckige Version alter DISSECTION bezeichnen. „Lichtbringer“ beginnt recht langsam, bevor CTULU wieder rasen und auch mal schleppende Parts einbauen.

Nun, „Freie Geister“ ist keine schlechte Scheibe, aber vom Hocker haut sie mich nun auch wieder nicht. Mir wirkt das alles etwas zu monoton, obwohl CTULU sich um Abwechslungsreichtum bemühen. Der Titeltrack ist hier der Höhepunkt und nach weiteren sucht man und sucht man. Es bleibt weiter nichts hängen und mir wird „Freie Geister“ mit der Zeit zu langatmig.
Fans des schnellen, dreckigen Black Metals werden hier bestimmt ihre Freude dran haben, aber mir sind CTULU (noch) nicht innovativ genug. Aber die Band ist jung und so bin ich auf den Nachfolger gespannt. Die Tendenz wird mit Sicherheit steigend sein.

Punkte: 6 / 10