Manic Frustration (1992) - ein Review von Lord

Trouble: Manic Frustration - Cover
1
Review
12
Ratings
9.33
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Heavy Metal, Doom Metal, Stoner Rock/Metal


Lord Avatar
28.11.2011 14:44

Die 80er waren vorbei, 1992 erschien die mittlerweile 5. Langrille der Amis aus Chicago - und brachte einen deutlicheren Stilwechsel mit sich. Zwar klang die 1990 rausgehauene Scheibe, schlicht "Trouble" betitelt, nicht mehr nach dem Doom Metal der 80er, doch auf "Manic frustration" gingen Trouble noch einen Schritt weiter - man fügte den Songs vermehrt psychedelische Stoner-Ansätze und 70er Rock-Elemente bei.

Eröffnet wird melodiös stark mit "Come touch the sky" - ein wunderbarer Song, der durch die einmalige Stimme von Eric Wagner enorm aufgewertet wird, auch was die schöne Gesangsmelodie angeht.
Auch das relativ harte, mit obergeilen Riffs gespickte "Sleeper" muss man sicher zu den highlights der Scheibe zählen, auch das anschliessende, mit Stoner-Ansätzen vermischte "Fear" weiss zu überzeugen.
Doch dann folgt das absolute Highlight der Scheibe: das unendlich schöne und gefühlvolle "Rain"! Eine Ballade, sonnig, schön und dennoch voller Melancholie. Dazu noch die absolut fantastische Gitarrenarbeit der Herren Franklin/Wartell.. Was für ein brillantes Solo... Zum Träumen.
Auch "Mr. White" überzeugt in erster Linie gitarrentechnisch - so virtuos wie auf diesem Album, das mich insgesamt immer ein klein wenig an Jimi Hendrix erinnert, waren Trouble musikalisch bis dahin nie.
Und es kommt wie es kommen muss; der "Rausschmeisser" "Breathe" kommt viel zu früh und man möchte eigentlich noch nicht Abschied nehmen von den wunderbaren Klängen der "Manic frustration" Scheibe - zu schön ist sie, wenn man denn in der richtigen Stimmung ist.

"Manic frustration" erschien, nachdem ich Trouble bereits gut kannte und sehr an deren Metal-Doom-Mucke der 80er hing, deswegen empfand ich diese Scheibe lange Zeit als nicht so gelungen wie sämtliche Vorgänger, da - wie oben erwähnt - ein klarer Stilbruch zu ihren ersten Albem besteht... Mit der Zeit lernt man jedoch die Schönheit, Brillianz und Einzigartigkeit des Albums zu schätzen und schliesst das Album in sein Herz.

Veröffentlicht wurde "Manic frustration" wie der Vorgänger bei DEF AMERICAN, dem Label von Rick Rubin, der auch Co-Produzierte. Neben Bands wie Slayer oder Danzig waren somit auch Trouble auf dem Label verewigt. Jedoch war dies die letzte Zusammenarbeit mit der Plattenfirma - für das 1995 veröffentlichte Album "Plastic green head" ging die band wieder eigene Wege.

"Manic frustration" ist heute vergriffen, doch ich lege die LP jedem Metal-Fan an's Herz, besonders wenn er auch mit 70er (Stoner) Rock und Psychedelic-Rock keine Probleme hat und etwas offen ist für nicht nur gradlinigen Heavy Metal.

Punkte: 9 / 10


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