Daemonolatria Hypnotica (2004) - ein Review von Amixor33

Ars Macabra: Daemonolatria Hypnotica - Cover
1
Review
1
Rating
4.00
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Black Metal, Industrial Metal


Amixor33 Avatar
05.05.2013 00:05

Heute verschlägt es uns mal in den italienischen Black Metal Untergrund, welcher bedeutend mehr Bands beherbergt als allgemein angenommen wird. Auf dem Backcover wird vielversprechend „Hypnotic Ultra-Fast Black Metal“ angekündigt, daher wird gar nicht erst lange rumgefackelt sondern gleich angeschnallt und los geht’s.

„Mistica Nocturna“ hat dann aber immerhin noch ein Intro was wie merkwürdige Geräusche aus irgendeiner Fabrik klingt. Die Einsetzenden Keyboards könnten sogar noch von Dimmu Borgir stammen, danach kommt aber leider kaum mehr was außer Stimmen aus Lautsprechern oder Funkgeräten. Gegen Ende lachen sich ein paar Gestörte einen Ast ab bevor eine ratternde Maschinerie angeworfen wird. Das ist jetzt nicht komplett Schema F aber der Bringer leider auch nicht. 4,5 Punkte

Richtig los geht es folglich erst mit „A Recollection Of A World Once Called Earth”, ein dann doch recht flott vorgetragener Song. Überragend ultraschnell ist dies aber im Vergleich zu sonstigen Black Metal Songs nicht. Typisches Basedrumgewummer, verzerrte Gitarren und stereotypische Vocals. Bis auf ein paar verschwindend kleine Passagen, welche versuchen die maschinelle Stimmung nochmals hervorzuheben und hie und da eher gegrowlte statt gescreamte Zeilen sticht leider absolut überhaupt nichts sonderlich hervor. Wohlgesinnte 5 Punkte

Wieder sehr ruhig und sphärisch startet „Disciples Of Torment“ bis das ganze Gepolter wieder einsetzt. Hier frage ich mich ernsthaft, warum auf das Introfeeling Null eingegangen wurde und ob es nur ein Lückenfüller darstellte. Die Basedrum steigt hier das erste Mal richtig ordentlich auf das Gaspedal, versprüht langfristig aber den typisch charismatischen Charme eines Drumcomputers. Das Tempo wird aber glücklicherweise nicht eiskalt durchgezogen, zwischendurch darf mal Luft geholt werden, während Flüsternd und Wimmernd im Hintergrund gesungen wird. 5 Punkte

Dem Titel nach auf eine weitere Folterorgie darf sich bei „Machinator Tormentorum“ gefreut werden. Die ersten Sekunden sind wieder interessant, dann wird wieder zum Sprint angesetzt. Ich finde es stellenweise sogar recht schwer mit Booklet den Lyrics folgen zu können, wobei sie mich in diesem Fall nicht mal sonderlich interessieren. Der rohe, schroffe und rasende Sound geht diesmal ohne große Änderung von Vorne nach Hinten durch. Das ist nicht unbedingt langweilig, aber auch nicht wirklich innovativ oder spannend. 5 Punkte

„Psycho Apocalypse“ sieht der Länge nach, nach einem Kernstück des Albums aus und hat die ersten paar Sekunden auch Klänge die genauso gut einem psychedelischen Film hätten entsprungen sein können. Wie so oft entpuppt sich dies aber als austauschbares Ansatzstück. Überraschenderweise hört man, wenn man weiß, dass dieser erfolgen soll – aber sogar den Wechsel vom Englischen ins Italienische. Unterbrochen wird die martialische Tour von einem kurzen Part sphärischer Musik, aber dort hin und davon weg gibt es natürlich nicht im Ansatz einen Übergang. Brems- und Beschleunigungsweg? Nur was für Pussys. Kann man sich durchaus anhören, langsam wird es aber leicht ermüdend. 4,5 Punkte


Es folgt der dämliche Titel „Sturmgeschütz Of Chaos“ und ein lyrisches Massaker. Aus dem Stehgreif noch irgendwelche Unterschiede zwischen den einzelnen Songs herauszupicken dürfte unmöglich sein. Wenn wenigstens mal das künstliche Schlagzeug variationsreicher wäre, die Zwischenparts und Intros sinnvoll und genutzt wären oder irgendetwas… der Hoffnung beraubte 3,5 Punkte

Noch ein langer Song namens „Prologomena Of A Warfare State“: 15 Sekunden lang andockendes Raumschiff, Schnitt, Rest siehe oben, Schnitt, zusammenhanglos eingefügter Ambientpart, Schnitt, Rest siehe oben, ganz schneller Schnitt, Aus, Schnitt, 3 Punkte

… und dann folgt auch endlich der letzte Song namens „Dawn To An Endless Night“ – 5 Sekunden darf ein Wind wirkungslos pfeifen, dann hämmert auch schon wieder die künstliche Intelligenz gnadenlos und plump und es gäbe, man halte sich fest, es gäbe die Möglichkeit kurzfristig eine Art Stimmung zu generieren – wenn das asynchrone und an der Stelle absolut unpassende Gehämmer nicht komplett alles versauen würde. Für diesen Rohrkrepierer zücke ich dann aus Protest noch die 2 Punkte!


Fazit:
Das Coolste dürfte noch die italienische Antwort auf das skandinavischen Corpsepaint sein: Sonnenbrille auf der Nase statt Schminke im Gesicht wie im Booklet zu sehen und auf dem Cover zu erahnen ist. Das Cover find ich mit dem Hauch schmutzigen Lilas ja fast noch mutig und gelungen, auch inhaltlich ist alles soweit in Ordnung und komplett vorhanden. Von einer überragend liebevollen Gestaltung würde ich trotzdem nicht sprechen.
Musikalisch hingegen ein Reinfall. Die erwarteten Industrial und/oder Electroeinflüsse sind praktisch nicht vorhanden, beziehungsweise ansatzlos im Intro oder in sinnbefreiten Zwischenparts verbraten und so bleibt eine leicht beschleunigte Variante von Marduk auf B-langlos gespielt. Man kann sich das Ganze durchaus anhören, aber nebenbei auch Zeitung lesen, abstauben, das Zimmer saugen oder sonst was tun. Es greift nicht und rattert unbeirrt da rein und dort raus. Schade…


Erschienen inkl. Details auf: http://etalusicore.blogspot.de/2013/05/ars-macabra-daemonolatria-hypnotica-2004.html

Punkte: 4 / 10


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