Inner Ascendance (1989) - ein Review von Acurus_

Steel Prophet: Inner Ascendance - Cover
1
Review
9
Ratings
9.72
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Power Metal, Progressive Metal


Acurus_ Avatar
09.04.2011 20:06

Neben "Symphonies Of Steel" von EXXPLORER ist „Inner Ascendance“ zwar nicht die längste, aber doch beste Praline unter allen Metal-Scheiben der Welt. Sie entsteht als dritte Demo der 1985 im US-amerikanischen Middletown (Connecticut) von Gitarrist Steve Kachinsky gegründeten Band. Richtung Los Angeles weiterziehend bildet er nach einigen Umbesetzungen mit Sänger Rick Mythiasin (NEW EDEN, REDEMPTION), Bassist Vince Dennis, Gitarrist John Paget sowie Drummer John Tarascio schließlich das damalige Bandgerüst. Als IA 1989 eingespielt wird, steht der Metal an einer Wegscheide. Seine US-Variante wirkt ausgereizt, was erst recht auf die New Wave Of British Heavy Metal zutrifft. STEEL PROPHET’s Demo ist der diese glorreiche Zeit abschließende Tusch, eine Art Best-Of-All-Metal-Elements.
Samt Bekenntnis zum Christentum befassen sich alle sechs Songs ausschließlich mit den Themen Tod, Leben und Lebensführung. Eigentlich haben wir es daher mit White Metal zu tun. „Death“ bildet den Auftakt. So antagonistisch wie der Tod selbst, kommt der Song daher. Ein verstörendes Gitarren-Intro wird von einem brachial hohen Schrei abgefangen und in ein schleppendes, plötzlich den Rhythmus wechselndes Gegeneinander überführt. Dieser Geniestreich mit dem weltbesten Gesang mündet in eine disharmonisch auftrumpfende Solo-Gitarre. Dynamisch startet „Sleep of Despair“, um sofort auf verträumten Gesang zurückzufallen. Danach bricht die progressive Power Metal-Hölle mit dem weltbesten Songaufbau los. „Inner Ascendance“ mit dem weltbesten Melodiebogen steht dem in nichts nach. Nun folgt der insgesamt weltbeste Metalsong „Life“, weil hier das ganze Album in eins gegossen wird: Intro und anschließender Vortrieb, Tempowechsel, Stimmlagen, Gitarrengriffe und Struktur – alles folgt zwingend einer inneren ästhetischen Gesetzmäßigkeit aus Stahl und Komposition. Makellos fügen sich „Nihilism's Spell“ und „Technocricide“ als weltbeste Schlusssongs in das Gesamtbild ein. Trotz zahlreicher Folgealben können STEEL PROPHET daran nur mit dem 1995 erscheinenden „The Goddess Principle“ qualitativ anknüpfen. Von IA existieren viele Veröffentlichungen, darunter ein CD-Bootleg. Empfehlenswert sind die auf 333 Einheiten begrenzte Vinyl-Auskopplung von Pure Steel Records (2008) sowie die von Nuclear Blast im Jahr 2000 herausgegebene Compilation-CD "Genesis" (2008 von Metal Mind Productions neu aufgelegt).
Nachdem IA 1989 im Kasten war, hätte man den Metal von heute auf morgen zu Grabe tragen können und alles wäre irgendwie gut gewesen. Hat man aber nicht. Auch gut.

Geschrieben für www.board.sacredmetal.de

Punkte: 10 / 10


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