The Upheaval (1995) - ein Review von Acurus_

Throes Of Sanity: Upheaval, The - Cover
1
Review
8
Ratings
9.44
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Progressive Metal


Acurus_ Avatar
02.07.2011 15:13

Seattle ist bereits in den frühen 1980er Jahren eine Metal-Institution. Die regengesättigte Metropole bringt an klassischem US-Metal ausgerichtete Überflieger wie METAL CHURCH, CULPRIT, HEIR APPARENT, SANCTUARY, OVERLORD oder QUEENSRYCHE hervor. Gerade QUEENSRYCHE schaffen es, mit „Queensryche“ (1983), „The Warning“ (1984), „Rage For Order“ (1986), „Operation Mindcrime“ (1988), „Empire“ (1990) und bedingt mit „Promised Land” (1994) dem Metal ein avantgardistisches Gütesiegel aufzudrücken. Zahlreiche Bands lassen sich davon beseelen. Manche klingen wie Klone, während andere diese sehr edle Spielart fortentwickeln, als QUEENSRYCHE längst verloren sind. Das gilt insbesondere für die ebenfalls aus Seattle stammenden THROES OF SANITY.
Wer den QUEENSRYCHE-Stil-Test bestehen will, muss hohe Hürden nehmen. Zunächst ist da der Gesang: Wer (a) nicht die traumhafte Stimmlage von Geoff Tate besitzt, fällt gnadenlos durch. Hinzu kommen (b) bestimmte, mit metallischer Härte verflochtene Melodielagen, (c) ein gewisses, sehr prägnantes Gitarrenspiel, (d) eine leichte kompositorische Vertracktheit (e) ‚saubere’ Texte und (f) ein nicht ganz so rauer Sound. THROES OF SANITY um Sänger Scott King (Marc Wallace: Gitarre und Keyboards; Erik Peterson: Gitarre; Philip Tsai: Bass; Jeff Winston: Schlagzeug) haben diese Rezeptur mit der Muttermilch aufgesogen. Musikalisch stehen sie im Zentrum eines Dreiecks, welches von LETHAL, SANCTUM und eben QUEENSRYCHE gebildet wird. Sie sind also kein billiger Abklatsch.
Abgemischt wird das perfekt klingende, 1995 in Eigenregie veröffentlichte Album „The Upheaval“ von Tom Hall, der bereits die erste EP von QUEENSRYCHE in der Mache hatte. Geoff Tate-Verehrer erwartet ein Gesang, der sie umschmeicheln wird. Ebenso müssen Fans des Gitarren-Duos Wilton/DeGarmo unweigerlich ihre Loyalität hinterfragen. THROES OF SANITY sind die konsequente Evolution dessen, was QUEENSRYCHE hinterlassen haben. Dabei gehen sie zum Teil härter, mit deutlich mehr Groove und ungemein verspielter zu Sache. Wer nur einmal das wirklich einzigartige, leicht an spanische Gitarren erinnernde Intro „Prelude To A Dream“ gehört hat, welches vom folgenden „Elder Trails“ aufgegriffen und zu edelstem Stahl gefaltet wird, der rührt seine QUEENSRYCHE-Scheiben für Monate nicht mehr an. Die außergewöhnlichen Bassläufe sind ein weiteres Qualitätsmerkmal, mit dem uns die Band bereits im Opener „This Side Of The Grave“ konfrontiert. Daher ist es gut zu wissen, dass die Band seit 2009 wieder aktiv ist und nach wie vor „The Upheaval“ vertreibt.

Geschrieben für www.board.sacredmetal.de

Punkte: 10 / 10


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